Zahl der Coronainfizierten steigt

Eine der höchsten Inzidenzen in Baden-Württemberg derzeit im Landkreis Heidenheim

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Bei rund 880 Menschen im Kreis Heidenheim ist derzeit eine Coronainfektion nachgewiesen. Die Inzidenz gehört zu den höchsten im Land. Im Klinikum ist die Lage angespannt.

Das Klinikum Heidenheim umrahmt von herbstlichem Wald (Foto: SWR)
Am Klinikum Heidenheim müssen erneut planbaren Operationen wegen zunehmender Coronainfektionen verschoben werden.

Mehrere Tage hatte der Kreis Heidenheim die höchste Inzidenz in Baden-Württemberg. Der Wert lag am Sonntag laut Robert-Koch-Institut bei rund 363. Auch wenn die Zahl inzwischen zurückgegangen ist, bleibt die Lage angespannt. Im angrenzenden bayerischen Landkreis Dillingen ist die Inzidenz laut RKI-Meldung vom Mittwoch (Stand 3.11.) mit 342 sogar noch höher und ist noch weiter auf 373 gestiegen (Stand 4.11.) Auch im Kreis Biberach lag sie zwischenzeitlich bei über 300. Der Wert hatte sich innerhalb von zwölf Tagen mehr als verdoppelt. Inzwischen hat der Landkreise Biberach mit einer 7-Tages-Inzidenz von 293 den Landkreis Heidenheim überholt. Die höchste Inzidenz in Baden-Württemberg hat derzeit der der Landkreis Sigmaringen mit 299 (Stand 4.11.).

Steigende Inzidenzen und die Auswirkung auf die Kliniken und Behörden

Das Klinikum Heidenheim hat inzwischen eine weitere Covid-Station in Betrieb genommen. Außerdem müssen planbare Operationen bis auf Weiteres verschoben werden. Derzeit werden im Klinikum Heidenheim 40 Patientinnen und Patienten behandelt, sechs von ihnen müssen intensivmedizinisch versorgt werden.

Der Landrat des Alb-Donau-Kreises, Heiner Scheffold, hat inzwischen für den kommenden Winter erneut Unterstützung von Bund und Land für die Krankenhäuser gefordert. Scheffold ist gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft. Die Corona-Situation bezeichnet er als besorgniserregend. Die Belegung der Intensivstationen werde laut Prognosen weiter steigen, so Scheffold in einer Pressemitteilung.

"Tatsächlich dauert die Pandemie nun (...) schon viel länger als wir alle gedacht haben. Das hinterlässt Spuren beim Personal, das am Limit arbeitet und reißt tiefe Löcher in die Kassen der Krankenhäuser“

Als Landrat und Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft fordert Scheffold die Politik dringend zum Handeln auf.

Hohe Inzidenz - schwierige Kontaktnachverfolgung

Das Biberacher Kreisgesundheitsamt sieht sich nach eigenen Angaben aufgrund der hohen Zahl an Coronainfizierten nicht mehr in der Lage, Kontaktpersonen zeitnah zu informieren. Betroffene sollten einen Antigenschnelltest oder einen PCR-Test machen und sich dann gegebenenfalls eigenverantwortlich in Quarantäne begeben, so die Behörde.

Ähnlich sieht es auch in anderen Landkreisen der Region aus, so beispielsweise im Kreis Donau-Ries. Wegen des rasch fortschreitendes Infektionsgeschehen ist die Kontaktnachverfolgung seit Dienstag in den bayerischen Landkreisen beschränkt auf Haushaltsangehörige von Coronainfizierten sowie auf besonders gefährdete Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime. In weiteren Fällen sollten Coronainfizierte eigenständig ihre Kontakte informieren, so die Mitteilung aus dem Landratsamt Donau-Ries.

Landratsamt Günzburg passt Kontaktnachverfolgung an

Im Landkreis Günzburg ist die 7-Tages Inzidenz aktuell bei 168 (Stand 4.11.). Die Entwicklungen sind laut Gesundheitsamt des Landkreises allerdings nicht vergleichbar mit dem Ausbruchsgeschehen im vorigen Jahr. Dennoch bereite das normale Alltagsleben mit vielen Kontakten Probleme, sagte der Leiter des Günzburger Gesundheitsamtes, Patrick Dudler. Inzwischen hat die Behörde ihre Vorgehensweise bei der Kontaktnachverfolgung angepasst: Sie bearbeitet momentan Fälle vorrangig, bei denen Erkrankte besonders viele Menschen angesteckt haben könnten.

Die Kreiskliniken Günzburg Krumbach haben inzwischen kaum Möglichkeiten, mehr Betten für Covid-Patienten zur schaffen. Auch sie bereiten sich darauf vor, planbare Operationen abzusagen, so der Direktor des Klinikmanagements.

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