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Zusammenhalten, füreinander da sein - das ist gerade in Zeiten der Corona-Pandemie besonders wichtig. Vor allem für ältere oder kranke Menschen. Das Problem: Es gibt zu wenige, die um Hilfe bitten. 

Solidarität: Hilfe beim Einkaufen (Foto: dpa Bildfunk, Fotograf: Fabian Sommer)
Solidarität: Hilfe beim Einkaufen Fotograf: Fabian Sommer

Hilfsangebote gibt es derzeit in der Region jede Menge: Städte und Gemeinden von Nördlingen bis Weißenhorn bieten Hilfe an. Kirchengemeinden, Caritas, Malteser, DRK und Diakonie, Nachbarschaftshilfen oder Vereine wie der VfR Aalen. Es sind aber auch Privatleute, die sich über Aushänge oder soziale Medien wie Facebook melden. Die Angebote tragen Namen wie "Erbacher helfen Erbachern", "Einkaufshelden Langenau" oder "Der Landkreis Dillingen hält zusammen" und haben ein Ziel: Für Menschen, die Hilfe brauchen, da zu sein.  

Ein voller Einkaufskorb auf einer Fußmatte (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Seeger/dpa)
Angebote der Nachbarschaftshilfe gibt es jede Menge. Sie werden jedoch nur zögerlich angenommen. (Sujetbild) picture alliance/Patrick Seeger/dpa

Das Problem: Es gibt viele bereitwillige Helfer, aber kaum Anfragen. So ist das zum Beispiel bei der Stadt Ellwangen und der Aktion "Ellwangen hilft sich". Die Nachfrage könne aber ja noch steigen, wenn es schlimmer werde, so Mitorganisator Andreas Friedrich. In Herbrechtingen im Kreis Heidenheim, bei der "Ökumenischen Nachbarschaftshilfe", ist die Resonanz laut Koordinatorin Gabriele Thorbahn "sehr zaghaft". Vielleicht auch, weil die älteren Menschen trotz der Gefahr durch das Virus wenigstens zum Einkaufen rauswollten, wegen der Kontakte. 

Überwältigende Nachfrage von Helfern" 

Auch in Waldstetten (Ostalbkreis) läuft das Angebot nur langsam an. Organisatorin Margarete Rupp berichtet von einer "überwältigenden Nachfrage" von Helfern, 80 sind es derzeit. Aber: es gebe kaum Anfragen von Älteren. Den Grund kennt sie nicht. Jeder Kontakt werde persönlich vermittelt, versichert sie.  Auch die Hilfsangebote einer Schülergruppe aus Laupheim (Kreis Biberach) werden "leider fast gar nicht angenommen", berichtet die 16-jährige Cora Warken. 50 Helfer stehen bei ihr auf der Liste. Vielleicht trauen sich die älteren Leute einfach nicht, sich zu melden, meint die Schülerin. Aber es gibt auch andere Beispiele: Beim Deutschen Roten Kreuz in Schwäbisch Gmünd stehen die Fahrer, seit die Fahrdienste wegen der Corona-Pandemie eingestellt werden mussten, für Einkaufsfahrten zur Verfügung. Kreisgeschäftsführer Steffen Alt berichtet von täglich einer Handvoll "Kunden" und von vielen, die anrufen, um Fragen zu stellen oder ein Schwätzchen zu halten.

Zettel mit der Aufschrift "Hilfe im Alltag" (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)
Hilfe im Alltag - das können jetzt viele gebrauchen. In Schwäbisch Gmünd gibt es einige Interessenten. (Sujetbild) picture alliance/Marijan Murat/dpa

Telefonischen Kontakt zu Betreuten halten 

Eine Erfahrung, die auch die Nachbarschaftshilfe der Katholischen Kirchengemeinde Salvator in Aalen macht. Jetzt, da die Hilfen daheim und die Besuche in den Alten- und Pflegeheimen wegfallen müssen, versucht man vor allem, telefonisch Kontakt zu den Betreuten zu halten. Einsatzleiterin Birgit Simon erzählt, dass sehr viele helfen wollen, die nicht zur normalen Belegschaft gehören. Ein derzeit gern gesehenes Angebot, denn jede Hilfe sei wichtig, um Einsamkeit zu Hause oder in den Heimen zu lindern.  

Vermittlung von Telefonpaten und Briefkontakten 

Das Café Canapé, eine Begegnungsstätte in der Ulmer Weststadt, verteilt seit kurzem Flugblätter, um sein Angebot noch bekannter zu machen. Vermittelt werden etwa Einkaufshilfen, Telefonpaten und Briefkontakt. Oft eine Hilfe auf Gegenseitigkeit, meint Organisatorin Maria Gmeiner. Der eine bekommt Einkäufe an die Haustür geliefert und könnte dann wiederum als Telefonpate für andere da sein. Auch bei der Stadt Heubach (Ostalbkreis) kann man sich seit Anfang der Woche melden, um jemandem zu helfen. Um dann vielleicht den Kontakt zu halten und immer mal wieder anzurufen und nachzufragen, wie es denn so geht.  

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