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Auf der neuen Internetplattform "daslandhilft" sind auch aus der Region zahlreiche Angebote und Gesuche eingegangen. Die Plattform soll in der Corona-Krise Landwirte und Arbeitssuchende zusammenbringen.

Seit Donnerstag dürfen keine Saisonarbeitskräfte mehr nach Deutschland einreisen. Doch die Bauern sind auf Hilfe angewiesen, zum Beispiel bei der Spargelernte und beim Verpacken. Damit die Bauern und ihre Familien nicht alleine dastehen, gibt es jetzt eine Internetplattform, auf der Bauern sich Hilfe suchen können, aber auch Menschen, die wegen der Corona-Krise daheim sitzen, ihre Hilfe anbieten können. Das Portal ist seit Montag online und wird verantwortet vom Bundesverband der Maschinenringe e.V..

Erntehelfer in der Pfalz (Foto: SWR, SWR -)
Die Internetplattform "Das Land hilft" bringt Helfer und Landwirte zusammen SWR -

Resonanz auch in der Region

Von Lauchheim bis nach Weißenhorn haben Landwirte Suchanfragen eingestellt. Das geht von der Hilfe bei Forstarbeiten bis zur Ferkelzucht. Aber die Nachfrage ist offenbar nicht so hoch wie am Bodensee oder im Badischen.  

Ernst Buck, der Kreisvorsitzende des Bauernverbands Ulm-Ehingen, begründet dies so: In seinem Gäu kommen die meisten Betriebe mit ein bis zwei Fremdarbeitskräften aus. Hier betreiben die meisten Ackerbau und Tierhaltung. Das größere Problem haben da Obst und Gemüsebauern, aber von denen gebe es hier nur wenige. Ähnlich ist die Situation auch in Ostwürttemberg.

Bedenken wegen Ansteckung

So positiv die Internetplatt insgesamt betrachtet wird: Es gibt auch Bedenken. Man hole sich jemanden auf den Hof, wisse aber nicht genau über dessen Gesundheitszustand Bescheid, sagt Ernst Buck, der Kreisvorsitzende des Bauernverbands Ulm-Ehingen.

Ein Betrieb aus dem Ostalbkreis hatte zunächst eine Anzeige auf "daslandhilft" geschaltet, inzwischen aber wieder gelöscht,  weil die Landwirte dann doch die Ansteckungsgefahr für zu groß hielten.

Datenschutz problematisch

Auffällig an der Internetplattform ist der Umgang mit den Daten der Hilfesuchenden wie auch der Helfer. Dort sind personenbezogene Daten für Jedermann einsehbar. Auf der Startseite ist zu lesen, dass dieses Angebot wie ein öffentliches Telefonbuch zu sehen sei.

Der Datenschutzexperte Klaus Rederer aus Neu-Ulm hält diesen Umgang mit Daten für problematisch: Zwar würden Nutzer der Seite mit der Anmeldung der Offenlegung der Daten zustimmen. Aber der Betreiber könne in keiner Weise den Zugriff auf diese Daten durch Dritte reglementieren oder kontrollieren. Mit dem Befehl "alles Markieren" könne man ganz einfach viele Daten abgreifen.  

Die Vereinigung Maschinenring, die die Plattform eingerichtet hat, entgegnet, man müsse pragmatisch bleiben. Die Daten zu anonymisieren, würde das Verfahren erheblich erschweren. Weil man ja nicht sehe, wo jemand Hilfe sucht. Außerdem sei "daslandhilft" von der bayerischen Datenschutzbehörde geprüft und als datenschutzkonform bestätigt worden. Begründet wurde dies damit, dass an zahlreichen Stellen deutlich sichtbar darauf hingewiesen wird, dass es sich um eine öffentliche Plattform handelt. 

Bauern der Region weisen auf Alternativen hin

Herbert Kucher, der Kreisvorsitzende vom Bauernverband Ostalb-Heidenheim, begrüßt das Angebot der Internetplattform. Er weist aber auch Alternativen hin: Auch die Landjugend Ellwangen organisiert zum Beispiel Hilfskräfte.

Wer seine Daten nicht öffentlich ins Internet stellen möchte, der kann sich auch bei seinem Bauern um die Ecke oder beim Kreisbauernverband melden und seine Hilfe anbieten.  

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