Wegen Corona-Impfungen auch mit dem Tode bedroht

Polizei ermittelt zahlreiche Verfasser von Hassbotschaften an Neu-Ulmer Hausarzt

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Der Neu-Ulmer Hausarzt Christian Kröner ist laut Polizei seit Ende 2020 das Ziel unzähliger Hasskommentare im Internet, per Post und am Telefon. Es geht um seinen Einsatz für Corona-Impfungen.

Christian Kröner wird nach Mitteilung der Polizei vorwiegend beleidigt, aber auch mit dem Tode bedroht, verunglimpft und denunziert. Die Kriminalpolizei Neu-Ulm ermittelte nach eigenen Angaben mittlerweile eine Vielzahl von Verfassern strafrechtlich relevanter Kommentare. Es handelt sich um Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 71 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland.

Christian Kröner hat sich bei "Markus Lanz" für Corona-Impfungen auch für Kinder ausgesprochen. (Archivbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Stefan Puchner)
Der Neu-Ulmer Hausarezt Christian Kröner (Archivbild) wird im Internet mit dem Tode bedroht picture alliance/dpa | Stefan Puchner

Auch "Daumen hoch" ist eine Straftat

Die bisherigen Ermittlungsergebnisse seien nur ein Zwischenstand, heißt es. Er werden weiterhin Fälle aufgerollt. Derzeit liegt den Ermittlern eine dreistellige Zahl an Strafanzeigen vor. Die Tatverdächtigen werden bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Wobei auch das Gutheißen einer Straftat an dem Mediziner mit einem Kommentar oder auch nur mit einem "Daumen hoch“ im Internet laut Polizei eine Straftat ist.

Der bundesweit als "Impfluencer" bekannt gewordene Mediziner wird von den Beschuldigten auch zur Beendigung seiner Impfkampagne aufgefordert.

Neu-Ulm

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SWR