STAND

Das Landgericht Ulm hat am Montag einen Autofahrer aus Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) wegen versuchten Mordes durch Unterlassen zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt. Der Mann war vom Unfallort geflohen.

Zu dem Unfall kam es an einem späten Oktoberabend im Jahr 2017. Der Mann war auf der B28 in abwärts Richtung Blaubeuren zu schnell unterwegs. Er geriet in einer Kurve auf die Linksabbiegespur des Gegenverkehrs und erfasste dort eine Rollerfahrerin. Die Frau wurde noch einige Meter mitgeschleift.

Die Außenansicht des Landgerichtes Ulm (Foto: SWR, Peter Köpple)
Das Urteil wegen Fahrerflucht fiel am Montag vor dem Landgericht Ulm Peter Köpple

Der Autofahrer fuhr damals trotz des Zusammenstoßes mit seinem schwer demolierten Auto weiter. Im Prozess erklärte der Mann, er könne sich nicht an den genauen Unfallhergang erinnern. Sein Anwalt habe ihm geraten, sich bei der Polizei zu melden.

Gericht: Angeklager wollte unerkannt davonkommen

Das Gericht bewertete die Fahrerflucht als versuchten Mord durch Unterlassen: Der Autofahrer hatte das schwer verletzte Unfallopfer in der Dunkelheit auf der Straße liegen gelassen. Außerdem wollte er laut Gericht unerkannt davonkommen und nahm dafür in Kauf, dass die Rollerfahrerin stirbt. Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft, auch schon wegen Fahrerfluchten.

STAND
AUTOR/IN