Abgeerntetes Getreidefeld unter wolkigem Sommerhimmel - Landwirte in Ostwürttemberg trotz Trockenheit mit der Ernte weitgehend zufrieden (Foto: SWR, Frank Polifke)

Recht guter Ertrag bei Getreide, Hoffnung auf Regen für Mais

Ostalb-Bauern mit Ernte zufrieden - trotz Hitze und teurem Dünger

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Die Bauern auf der Ostalb haben in diesem Jahr kaum Grund zur Klage: Die Ernte 2022 ist durchschnittlich oder besser. Auch Hubert Kucher aus Ellwangen-Schrezheim ist zufrieden.

Hubert Kucher hat nicht nur einen eigenen Betrieb, sondern ist auch Kreisvorsitzender des Bauernverbands Ostalb-Heidenheim. Und so ganz zufrieden ist er dann doch nicht. Denn die hohen Preise für den dringend benötigten Stickstoffdünger verhageln ihm und seinen Bauernkolleginnen und -kollegen teilweise die Bilanz. Zum Teil wurde der Dünger sogar zur Mangelware. Schuld sei der Ukraine-Krieg und der Ausfall von Russland und der Ukraine als Düngerproduzenten, so Kucher.

Gute Ernte bei Getreide, Hoffnung auf Regen für Mais

Doch Kucher hat Glück gehabt: Trotz sparsamem Stickstoff-Einsatz hat er eine gute Ernte eingefahren von seinen Feldern rund um Schrezheim, einer Teilgemeinde von Ellwangen. Auf der einen Hälfte baut er Wintergerste, Mais und Triticale an, eine Kreuzung aus Roggen und Weizen. Der Mais steht noch, der Landwirt hofft auf ein paar Tage mit feinem Landregen, damit die Masse zunimmt und damit der Energiegehalt. Die andere Hälfte besteht aus Grünland, und mit dem sei es diese Saison so eine Sache gewesen, so Kucher: Während der erste Schnitt noch gut ausfiel, fehlte es beim zweiten bereits an Masse. Und aktuell ist das Grünland eher Braunland: Hier zeigt die Trockenheit der letzten Wochen Wirkung.

Ein Maisfeld bei Unterschneidheim  im Ostalbkreis - der könnte noch ein bisschen Regen vertragen, damit die Masse zunimmt. (Foto: SWR, Frank Polifke)
Nur der Mais steht noch, könnte aber ein paar Regentage noch gut gebrauchen, damit die Masse zunimmt, meint Hubert Kucher, der Kreisvorsitzende des Bauernverbands Ostalb-Heidenheim. Frank Polifke

Ernte 2022: Bauern haben hohe Erlöse, aber auch hohe Kosten

Alles in allem ist der Landwirt und Bauernverbands-Vorsitzende aber zufrieden. Denn auch die Qualität stimmt. Und trotz Trockenheit sind die Körner kaum kleiner als im Durchschnitt. So lasse sich das Getreide gut vermarkten. Der Erlös ist entsprechend gut dieses Jahr, das ist für Kucher und seine Kolleginnen und Kollegen besonders wichtig. Denn ihre Kosten sind auch gestiegen: Nicht nur der rare und teure Stickstoffdünger schlägt hier zu Buche, sondern auch die stark gestiegenen Dieselpreise.

Getreideanbau lohnt sich - Fläche stillegen? Lieber Strafe zahlen!

Unterm Strich lohnt sich der Getreideanbau für Hubert Kucher nach wie vor. Der Bauernverbands-Vorsitzende reagiert daher auch allergisch auf die Vorgabe von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne), wonach er ab dem kommenden Jahr vier Prozent seiner Ackerfläche stilllegen müsste. "Größter Blödsinn" sei das, sagt er und haut mit der Faust auf den Tisch. Stillgelegte Flächen nutzten weder dem Klima noch der Vielfalt von Pflanzen und Tieren, so seine Überzeugung. Kucher wird auf seinem Grund und Boden weiterhin Nahrungsmittel erzeugen, darin sieht er seine Aufgabe als Landwirt. Sollte er dafür eine Strafe aufgebrummt bekommen, "dann bezahl ich sie halt."

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