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Es gab was auf die Ohren - am vergangenen Wochenende in Schwäbisch Gmünd. Zum 37. Mal waren rund 800 Musiker aus Deutschland, England, Liechtenstein und der Schweiz zum Internationalen Guggenmusiktreffen in der Stadt.

Die Töne liegen meist haarscharf daneben - auch wenn die Melodie erkennbar ist. Beim 37. Guggenmusiktreffen in Schwäbisch Gmünd hatten sowohl Musiker wie auch Zuschauer ihren Spaß an schrägen Tönen. Mehr als 25.000 Fans kamen nach Angaben der Veranstalter zu den Umzügen und Konzerten. 20 Guggenmusikkapellen aus Deutschland, der Schweiz, England und Liechtenstein zogen durch die Straßen der Stauferstadt. Höhepunkt waren die Monsterkonzerte am Abend. 

Die "Grunz Gaischter" aus der Schweiz beim Guggenmusiktreffen in Schwäbisch Gmünd 2020 (Foto: SWR, Annette Schmidt)
Die "Grunz Gaischter" aus der Schweiz beim Guggenmusiktreffen in Schwäbisch Gmünd 2020 Annette Schmidt

Empfang durch die Stadtspitze wurde abgesagt

Schon am Samstagvormittag wurde nach einem Umzug der Narrenbaum auf dem Marktplatz aufgestellt. Dabei half die Wetzgauer Feuerwehr. Der traditionelle Empfang der Narren samt Hofstaat durch die Stadtspitze fand in diesem Jahr nicht statt. Der Oberbürgermeister und sein Stellvertreter hatten dies abgesagt, aus Rücksicht auf den tragischen Tod eines Kindergartenkindes, das im Januar in die Rems gefallen war.

Guggenmusik-Frühschoppen am Sonntag

Nach einem langen Samstagabend war am Sonntag die Sporthalle in der Katharinenstraße der Treffpunkt der Guggen. Um elf Uhr begann ein Frühschoppen, der normalerweise bis in den Nachmittag dauert - natürlich mit viel schräger Musik.

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Ursprung: Verscheuchen der Wintergeister mit Kuhglocken und Blecheimern

Guggenmusik ist eine sehr absichtlich "falsch" gespielte Blasmusik, die von Rhythmusinstrumenten begleitet wird. Ihren Ursprung hat die schräge Musik vermutlich in einem Brauch des 16. Jahrhunderts, als die Menschen in der Faschingszeit mit dem Lärm von Kuhglocken, Trommeln oder Blecheimern die Wintergeister vertreiben wollten.

Närrisches Wochenende mit "Hinrichtung" in Oberdischingen

Auch in Oberdischingen (Alb-Donau-Kreis) waren am Wochenende die Narren unterwegs. Oberdischingen war wieder "Malefizhausen". Der Spitzname geht zurück auf den "Malefizschenk", den Reichsgraf Franz Ludwig Schenk von Castell, der um 1800 im Ort für Recht und Ordnung sorgte. Zum Fasnetsbrauch gehört auch die Hinrichtung der "schönen Victor". Die Frau kommt natürlich mit dem Leben davon, da der Strick bei der Hinrichtung reißt. Höhepunkt des närrischen Wochenendes war am Sonntag der große Umzug in Oberdischingen mit 99 Gruppen.

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