Kritik an Ministerpräsidentenkonferenz

Ulmer Dekan hält an Gottesdiensten zu Ostern fest

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Ausgerechnet an Ostern sollen die Kirchen auf Präsenzgottesdienste verzichten. Das hat die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin beschlossen. In Ulm regt sich Widerstand.

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Der Dekan der evangelischen Kirche in Ulm will an den feierlichen Präsenzgottesdiensten festhalten. Ernst-Wilhelm Gohl will Ostern als höchsten Feiertag groß feiern - natürlich mit umfangreichen Hygienekonzepten. "Solange der Gesetzgeber das erlaubt - und das ist im Moment der Fall - werden wir das tun", kündigt er an.

Ulmer Münsterdekan Ernst-Wilhelm Gohl (Foto: SWR)
Ulmer Münsterdekan Ernst-Wilhelm Gohl

"Aber so erlebe ich es, dass man der Kirche den schwarzen Peter zuspielt, indem man sagt: 'Ihr dürft, aber wir erwarten von Euch, dass Ihr es nicht tut'."

Gohl hätte auch mit einem Verbot leben können, aber dann als klare Ansage für alle: "Wenn man es so will, dann muss der Gesetzgeber das einfach anordnen und sagen, wir sehen die Pandemielage gerade so dramatisch. Deshalb könnt Ihr oder dürft Ihr keine analogen Gottesdienste mehr feiern." Genau das ist die Ansage der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin: Gottesdienste sind nicht verboten, aber unerwünscht.

Der Dekan der evangelischen Kirche in Ulm will an den feierlichen Präsenzgottesdiensten im Ulmer Münster festhalten. (Archivbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Karl-Josef Hildenbrand)
Der Dekan der evangelischen Kirche in Ulm will an den feierlichen Präsenzgottesdiensten im Ulmer Münster festhalten. (Archivbild) picture alliance / dpa | Karl-Josef Hildenbrand

300 Menschen dürfen zu Gottesdiensten im Ulmer Münster

Die Orgel wird im Ulmer Münster an Ostern wohl erklingen, auch wenn es die Politik nicht gerne hört. Dazu ist Ostern zu wichtig, meinen die Seelsorger hier. Für die 2.200 Sitzplätze dürfen sich maximal 300 Besucher anmelden.

"Wir können jetzt nichts raushauen an die Gemeinden. Weil das ändert sich noch drei Mal."

Im katholischen Dekanat in Ulm konnte am Dienstag noch niemand klare Aussagen machen, solange es keine Anweisungen von weiter oben gibt. Uwe Beck, Referent des katholischen Dekanats Ehingen-Ulm, will erstmal abwarten, was das angebotene Gespräch zwischen der Regierung und den Kirchen bringt: "Wir können jetzt nichts raushauen an die Gemeinden. Weil das ändert sich noch drei Mal."

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