Historische Gemäuer lange im Dunklen verborgen

Gewölbekeller in Schwäbisch Gmünd werden saniert

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Der heutige Einstieg in die Keller: Eine Treppe im Boden, verborgen unter Holzbohlen. (Foto: SWR, Frank Polifke)
Solange die Keller noch nicht saniert sind, besteht der Zugang aus einer etwas lehmigen und nicht sonderlich vertrauenerweckenden Treppe, die im Boden verborgen ist. Unter mehreren nebeneinander liegenden Holzbohlen, die zum Betreten mühsam hochgewuchtet und zur Seite gezerrt werden müssen. Erst dann kann man in die Finsternis der Schwäbisch Gmünder Unterwelt hinabsteigen. Frank Polifke
Dieser Keller ist eine Seltenheit: ein Ein-Stützen-Raum. Die - zugegeben - malerisch wirkende Säule trägt die Last ganz allein! Sandra Bosch ist eine erfahrene Denkmalschützerin - aber das hatte sie zuvor noch nie gesehen! Frank Polifke
Bei längerem Aufenthalt droht da schon mal Platzangst. Vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass darüber Häuser stehen - und die statische Sanierung ja erst noch kommt... Frank Polifke
Kopf einziehen! Der nächste Keller ist noch niedriger als der vorangegangene. Frank Polifke
Hier nochmal der Plan in groß. Die Gewölbekeller wurden großteils im 13. Jahrhundert angelegt und gehen damit auf die Zeit der Staufer zurück. Die Häuser, zu denen sie damals gehörten, sind nicht mehr die, die heute über ihnen stehen. Die heutigen Häuser haben praktisch keine Verbindung zu den Kellern. Frank Polifke
War das jetzt Keller fünf oder sechs? Selbst die Fachleute der Stadt kommen da ins Grübeln - und werfen sicherheitshalber einen Blick auf den Plan. Insgesamt gehören sieben Keller zum Ensemble. Nicht die einzigen mittelalterlichen Gewölbekeller in Schwäbisch Gmünd. Aber die einzigen, die der Stadt gehören und nicht in Privatbesitz sind. Der Entscheidung, sie zu sanieren, hat der Gemeinderat einstimmig zugestimmt. Frank Polifke
Doch man trifft nicht nur auf mittelalterliche Spuren. Die Keller wurden auch in jüngerer Zeit genutzt, das zeigen Stromkabel. An der Säule kann man aber auch erkennen, dass sie für künftige Besucherführungen eine statische Ertüchtigung benötigen. Frank Polifke
Ein ganz besonderer Keller: Darüber war früher ein Steinhaus - was in der Spätromanik im 13. Jahrhundert in Schwäbisch Gmünd noch selten war. Die meisten Häuser hatten zwar einen Steinkeller, waren aber selbst Fachwerkhäuser. Der Hauseigentümer gehörte vermutlich zu den besser gestellten Bürgern der Stadt. Nach heutigen Massstäben war er vermutlich auch klein - die Decke ist gut für die eine oder andere schmerzhafte Berührung. Frank Polifke
Gleich neben der Treppe weist Sandra Bosch von der unteren Denkmalbehörde auf eine Nische in der Wand hin: eine Lichtnische. Hier haben die Bewohner.innen früher ihre Kerze oder ihr Petroleumlämpchen abgestellt, wenn sie den Keller betreten haben. Dann führt sie das Grüppchen weiter durch das unterirdische Labyrinth. Frank Polifke
Der Zugang zur Unterwelt: Durch diesen dunklen Schlund werden die Besucherinnen und Besucher künftig die Gewölbekeller in der Schwäbisch Gmünder Altstadt betreten. Markus Schurr vom Amt für Gebäudewirtschaft der Stadt öffnet ihn schon mal für die neugierigen Medienvertreter. Frank Polifke

Derzeit werden sieben mittelalterliche Gewölbekeller in Schwäbisch Gmünd saniert. Die Unterwelt soll damit der Nachwelt erhalten bleiben.

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SWR