Zählerstand eines Wechselstromzählers: Stadtwerke gehen davon aus, dass alle Gaskunden die neue Gasumlage bezahlen müssen, hier das Gebäude Stadtwerke Ulm (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Julian Stratenschulte)

Erste Reaktionen von Gasanbietern

Stadtwerke in Ulm und Aalen: Was die Gasumlage für die Kunden bedeutet

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Peter Köpple
Peter Köpple (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Die Gasumlage kommt - voraussichtlich auch für Kunden mit Festverträgen. Die Stadtwerke in der Region rechnen mit viel Arbeit und mit deutlichen Teuerungen für die Verbraucher.

"Im Prinzip muss jeder die jetzt beschlossene Gasumlage bezahlen", erklärt der Sprecher der Stadtwerke Aalen, Igor Dimitrijoski. Obwohl die meisten der Aalener Gaskunden feste Verträge haben, würden auch bei ihnen ab Oktober die zusätzlichen 2,4 Cent pro Kilowattstunde fällig. "Davon gehen wir aus", so Dimitrijoski, "denn es ist ja eine gesetzliche Umlage, während unsere eigenen Haustarife gleich bleiben."

Von den Stadtwerken Heidenheim heißt es, die Mehrkosten werden auf alle bundesweiten Verbraucher solidarisch verteilt - also auch auf Kunden, die längerfristige Verträge haben. In Ulm teilen die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) mit, man werde bei den festen Verträgen nun prüfen, ob man die Gasumlage gleich ab Oktober aufschlagen darf.

"Derzeit arbeiten wir einen Zeitplan aus, um zu schauen, wann und wie wir diese Umlagen an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben können", erläutert der Sprecher der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, Sebastian Koch. Sobald dies klar sei, werde man Informationen an alle Gasabnehmer der SWU verschicken.

Gasumlage: Bis zu 500 Euro Mehrkosten im Jahr

Auf die Kunden in der Region dürften erhebliche Teuerungen zukommen. "Für einen Durchschnittshaushalt mit 20.000 Kilowattstunden im Jahr reden wir von einer Mehrbelastung von 400 bis 500 Euro netto", rechnet der Sprecher der Stadtwerke Aalen vor. Mit den letzten Preiserhöhungen summiert sich das auf rasant gestiegene Gaskosten. Wer vor zwei Jahren noch mit 1.200 Euro durch den Winter beziehungsweise durch das Jahr kam, muss jetzt rund 3.000 Euro veranschlagen, schätzt Dimitrijoski.

Stadtwerke gehen davon aus, dass alle Gaskunden die neue Gasumlage bezahlen müssen, hier das Gebäude Stadtwerke Ulm (Foto: SWR, Petra Volz)
Die Stadtwerke in Ulm: Die Verwaltung hat derzeit alle Hände voll mit der neuen Gasumlage zu tun. Petra Volz

Dabei wird die Gasumlage zunächst nur bis Dezember bei 2,4 Cent bleiben. Sie kann alle drei Monate angepasst werden. "Für die Berechnung ist insbesondere entscheidend, wie sich die russischen Gaslieferungen weiterentwickeln", teilen dazu die Heidenheimer Stadtwerke mit.

Höhe der Gasspeicherumlage noch unklar

Außerdem kommt in Kürze noch eine weitere Gasumlage hinzu, die Gasspeicherumlage. Das Stadtwerke in Heidenheim rechnen damit, dass deren Höhe am Donnerstag bekannt geben wird. Sie ist zur Sicherung der Füllstandsvorgaben gedacht wird wohl kleiner ausfallen, heißt es aus Expertenkreisen.

Ohnehin beschert die Einführung der Gasumlagen den Stadtwerken eine Menge Arbeit, auch wenn sie das Geld nicht behalten, sondern gleich wieder abführen. "Das hat für uns jetzt einen riesigen Rattenschwanz zur Folge," meint Igor Dimitrijoski in Aalen, "wir müssen jeden Gastarif neu kalkulieren." Außerdem seien vermehrte Zahlungsausfälle zu befürchten.

"Je höher der Gastarif, desto mehr Kunden können ihre Rechnung nicht bezahlen."

Noch ist unklar, ob die neue Gasumlage auch Kunden von Fernwärme treffen wird. Die Fernwärme Ulm FUG nutzt auch Gas, aber nur zum Teil. Das Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, noch zu prüfen, ob Fernwärmekunden die Gasumlage zahlen müssen. Deshalb könne man dazu auch noch keine Auskunft geben, heißt es von der Fernwärme Ulm. "Da ist noch nichts entschieden."

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