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Fünf Tage unter dem Corona-Inzidenzwert 100 - dann dürfen spätestens ab Pfingsten Hotels und die Außengastronomie wieder öffnen. Es herrscht nicht nur pure Freude bei den Wirten rund um Ulm.

Es sei ein Lichtblick, dass die Politik diese Branche wieder auf dem Schirm habe, sagt Bettina Seidl vom Hotel- und Gaststättenverband Neu-Ulm. In Bayern, so hat es Ministerpräsident Söder (CSU) am Dienstag angekündigt, sollen unter anderem Außenbereiche in der Gastronomie ab dem 10. Mai und Hotels ab dem 21. Mai bei einer stabilen Inzidenz unter 100 wieder öffnen dürfen.

Vorschriften noch unklar

Für Seidl, die im Familienverbund das Hotel und Restaurant Hirsch im Neu-Ulmer Stadtteil Finningen führt, stellen sich aber viele Fragen: "Mit wie viel Personen am Tisch, wie viele Gruppen, Schnelltest vor Ort, Schnelltest mitbringen, ist es dann schon durch mit den doppelt Geimpften, wie müssen wir das kontrollieren, wie dokumentieren."

Sie ist direkt ein bisschen froh darüber, dass der Landkreis Neu-Ulm noch deutlich über der Inzidenz von 100 liegt und eine schnelle Öffnung schon deshalb gar nicht möglich ist.

zusammengeklappte Stühle in der Innenstadt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann)
Die Öffnungsperspektive für die Außengastronomie wirft bei Gastronomen im Raum Ulm/Neu-Ulm viele Fragen auf picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann

Ob Restaurant oder Hotel, das Thema Personal könnte noch ein spannendes werden, meint Bettina Seidl. Unser Personal steht in den Startlöchern. Die lechzen danach, die wollen und die müssen auch wieder arbeiten. Von anderen Betrieben habe sie aber schon gehört, dass die keine Beschäftigten mehr haben.

Wegen Corona: Personal sieben Monate in Kurzarbeit

Auf baden-württembergischer Seite warten die Hoteliers und Gastronomen ebenfalls dringend auf das Startsignal. Denn vor einer Öffnung gäbe es noch einiges zu tun, zählt Jan Bimboes vom Landgasthof Adler in Rammingen (Alb-Donau-Kreis) auf: "Elektrik prüfen, Geräte prüfen, Bierleitungen reinigen, Personal wieder einweisen, weil nach sieben Monaten Kurzarbeit, sieben Monaten Stillstand seien manche Abläufe nicht mehr so geübt wie nötig." Neben aller Freude betont er, dass das Hochfahren auch Geld koste. Das muss man sich erst mal durchrechnen und leisten können.

Problem bei schwankender Inzidenz

Die Hotelbuchungen in Rammingen und Finnigen halten sich noch in Grenzen Bei aller Freude, bald wieder Gäste empfangen zu können, bleibt bei Bettina Seidl immer eine Sache im Hinterkopf. Wenn die Inzidenz dann doch wieder steige, müsse sie wieder zumachen. Der Salatkopf welke, die Mitarbeiter müsste sie wieder in Kurzarbeit schicken. Es sei ein Jonglieren hin und her. Hoffen wir, dass die Zahlen dann stabil unter 100 bleiben.

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