Ein großer Ball mit der Jahreszahl 2022 steht auf einer Verkehrsinsel mit Kreisverkehr vor dem Trainigsgelände Al-Shamal sports Club in der Hafenstadt Al Ruwais. Das Resort am Al Khasooma Beach ganz im Norden des Emirats Katar wird das Teamquartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die Vorrunde bei der Fußball Weltmeisterschaft 2022 in Katar. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christian Charisius )

Anpfiff am 20. November

Fußball-WM in Katar: Kein großes Public Viewing zwischen Ulm und Aalen

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Carola Kührig
Carola Kührig (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Es ist das größte Event, das es im Fußball gibt. Aber bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr in Katar wird Fußballgucken wohl eher Privatsache. Was Wirte in Ulm dazu sagen.

Zur Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr fällt das gemeinsame Fußballschauen und Mitfiebern auch in größeren Städten der Region Donau-Iller und Ostwürttemberg aus. Weder in Ulm, noch in Aalen, Schwäbisch Gmünd oder Heidenheim ist bisher Public Viewing angemeldet worden, bestätigen die Städte auf SWR-Anfrage.

Keine große Leinwand für WM in Katar

Es gibt viele, die finden, dass die Fußballweltmeisterschaft nicht nach Katar gehört. Von Begeisterung vor dem großen Fußball-Event sei wenig zu spüren, ist die Beobachtung auch von Gastronomen in Ulm, Aalen und Heidenheim.

Normalerweise baut Michael Freudenberg vor seiner Wirtschaft im Ulmer Fischerviertel eine große Leinwand auf. Dieses Jahr sollen nur die Deutschlandspiele gezeigt werden und das auch nur im Innenraum. "Wer kommen möchte, kann kommen. Und wer nicht kommen möchte, das kann ich auch verstehen.", sagt Freudenberg.

Auch bei Wirtin Victoria Ocker werden Spiele nur im Innenraum ihrer Bar gezeigt. Es lohne sich nicht, etwas Größeres aufzubauen, sagt sie. Das Interesse sei aktuell nicht sehr groß.

Austragungsort Katar und die Überlegung "Willst du das unterstützen?"

Fotos nationaler und internationaler Fußballer hängen an der Wand in einem Ulmer Lokal: In der Sportsbar in Ulm wird fast täglich nationaler und internaionaler Fußball angeschaut. (Foto: SWR, Jannik Volz)
Eine Wand mit nationalen und internationalen Fußballern in der Sportsbar in Ulm: Fußballschauen gehört dort dazu. Jannik Volz

In der Sportsbar in Ulm wird fast täglich nationaler und internationaler Fußball gezeigt. Im Vorfeld der Fußball-WM in Katar hat auch Geschäftsführer Oliver Gomez überlegt, ob er das unterstützen will. Schließlich sei er zu dem Schluss gekommen, dass er das Event seinen Gästen nicht vorenthalten will.

"Es ist das größte Event, das es im Fußball gibt. Alle vier Jahre haben wir das. Es jetzt den Leuten vorzuenthalten, weil die FIFA die falsche Entscheidung getroffen hat, finde ich falsch."

Man könne jetzt nicht im Weltfußball den Moralapostel spielen, aber die Championsleague zeigen, ergänzt der Sportsbar-Wirt. Denn auch da spielten Vereine, die aus Katar oder Dubai gesponstert würden.

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