Bis zum 19.01. müssen alle, die zwischen 1959 und 64 geboren wurden, ihren Papierführerschein umtauschen. (Sujetbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance dpa, David Ebener (Symbolbild))

Papierführerschein wird ungültig

Frist für den Umtausch endet: Andrang an der Führerscheinstelle in Ulm

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Die Führerscheinstelle in Ulm hat derzeit viel zu tun - eine Frist zum Umtausch der alten "Lappen" läuft an diesem Donnerstag ab. Wer den Zeitpunkt verpasst, muss mehr zahlen.

Die Umtauschfrist für alte Führerscheine endet am Donnerstag (19.1.23) - zumindest für alle Autofahrerinnen und Autofahrer, die zwischen 1959 bis 1964 geboren sind. Viele warten bis zum letzten Tag. Entsprechend ist es am Donnerstag voll in der Ulmer Führerscheinstelle.

Im Wartebereich kramt eine Autofahrerin ihren rosafarbenen Papierführerschein aus der Handtasche. Sie kommt auf den letzten Drücker, hat es "bisher leider verschwitzt", wie sie sagt. Ein anderer Kunde wartet auch auf seinen Termin. Er habe es immer wieder aufgeschoben. "Aufschieben macht man halt gerne", sagt er.

Damit sind die beiden nicht die Einzigen, so Werner Schneider von der Führerscheinstelle in Ulm. Allein im Januar kamen noch 200 neue Umtauschanträge hinzu.

"Es ist immer so: Wenn ein Stichtag ist, dann springen alle erst in der letzten Minute!"

Allein in der Stadt Ulm werden rund 800 neue Führerscheine nicht rechtzeitig fertig, weil viele ihren Antrag kurz vor Ablauf der Frist gestellt haben. Im Ostalbkreis berichtet das Landratsamt von einem sehr hohen Kundenaufkommen. 1.300 Anträge seien noch zu bearbeiten. Im Kreis Heidenheim warten aktuell rund 320 Autofahrerinnen und -fahrer auf ihren neuen Führerschein im Scheckkartenformat.

Kosten und Wartezeit: Das ist beim Tausch des Führerscheins zu beachten

25,30 Euro kostet der neue Führerschein. Da der Andrang so groß ist und die Behörden kaum hinterherkommen, verlängert sich die Bearbeitungszeit auf bis zu sechs Wochen. Bis dahin sollten betroffene Autofahrer für etwaige Kontrollen wenigstens eine Bescheinigung dabei haben, dass sie ihren neuen Führerschein beantragt haben, rät die Führerscheinstelle in Ulm. Das Verwarngeld beträgt 10 Euro. Man gehe jedoch nicht davon aus, dass die Polizei bei einer Kontrolle in den ersten Wochen ein Bußgeld verhängt.

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Auch nach Ablauf der Frist kann der neue Führerschein beantragt werden. Es bleibt bei den Kosten von 25,30 Euro. Wie viele Menschen ihren alten "Lappen" noch nicht umgetauscht haben und wie viele pro Jahrgang von dem Umtausch betroffen sind, ist bei den einzelnen Führerscheinstellen nicht registriert. Das Bundesverkehrsministerium geht bundesweit von rund 42 Millionen Führerscheinen aus, die bis 2033 umzutauschen sind.

In zehn Jahren sollen alle EU-Bürger einheitliche Führerscheine im Kartenformat haben. Die Bundesdruckerei in Berlin, aber auch die örtlichen Führerscheinstellen kommen kaum hinterher. Nach Ende der Frist der geburtenstarken Jahrgängen 1959 bis 1964 am Donnerstag, haben die Jahrgänge 1965 bis 1970 bis zum 19. Januar 2024 Zeit, ihren Führerschein umzutauschen.

Den alten Führerschein darf man behalten

Ein bisschen werde er seinem alten grauen Lappen schon nachtrauern, sagt der Kunde im Wartebereich der Ulmer Führerscheinstelle. Die gute Nachricht: Als Andenken darf er ihn behalten, nachdem ihn die Führerscheinstelle ungültig gestempelt hat.

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