Friedenswochen in Ulm - Symbolbild (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Franziska Kaufmann)

Lesungen, Führungen und Konzerte

Wieso die Ulmer Friedenswochen so wichtig sind

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Am Mittwochvormittag haben in Ulm die 16. Friedenswochen begonnen. Bis Ende September sind mehr als 30 Veranstaltungen geplant.

Unter anderem soll es eine Stadtrundfahrt zur Rolle von Militär und Rüstung in Ulm geben, auch das Thema "Klimawandel als Konfliktursache" wird bei den Ulmer Friedenswochen aufgegriffen. Das Internationale Friedensfest ist für den 11. September geplant. Darüber hinaus gibt es Lesungen, Konzerte und einen Bücherflohmarkt. Insgesamt stehen 36 Veranstaltungen auf dem Programm.

Einer der Organisatoren der Ulmer Friedenswochen ist Lothar Heusohn. Das Thema Frieden weiterzutransportieren, sei wichtiger denn je, sagte er dem SWR: "Viele haben doch geglaubt, 1989 nach dem Fall der Mauer, dass jetzt der ewige Frieden ausbricht und wir keine Spannungen, geschweige denn Kriege erleben werden." Auch die Situation in Afghanistan zeige die Aktualität des Themas.

Auch Thema Afghanistan bei den Friedenswochen

Heusohn sieht den größten Fehler des Westens im Einmarsch vor zwanzig Jahren. "Als hätte man kein geschichtliches Bewusstsein, das hatte man wohl auch nicht", kritisierte er. Unter anderem die Briten und die Sowjetunion haben in der Vergangenheit bereits versucht, Afghanistan zu erobern. "Es erweist sich immer und immer wieder, dass dort ohne tatsächlich örtliche Kenntnisse, ohne den Versuch, überhaupt jenseits von Waffengewalt, Frieden zu schaffen, nicht funktioniert", sagte Heusohn. In Wahrheit sei es bei dem Einsatz in Afghanistan um geopolitische Interessen gegangen.

Heusohn ist sich daher sicher, dass die Gesellschaft kein Schritt weiterkommen werde, wenn das Thema Frieden nicht immer wieder in der öffentlichen Präsenz stehen würde. Das Programm der Ulmer Friedenswochen stehe bereits seit Juni, dennoch wurden jetzt auch Veranstaltungen aufgenommen, die sich mit der Situation in Afghanistan beschäftigen. Es gebe ein Referenten auf ders Region, der selbst ein Jahr lang in Afghanistan gelebt und vor mehr als 15 Jahren gesagt habe,dass das, was in Afghanistan derzeit passiert, eintreten werde.

Zum Antikriegstag gab es auch in Aalen Kundgebungen. Unter anderem rief der DGB dazu auf. Redner am Marktbrunnen ist der DGB-Kreisvorsitzende, Josef Mischko.

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SWR