Die Zeichnung eines dreigeschossigen, quaderförmigen Hauses. So sollte es aussehen, das neue Schutzhaus für Frauen und Kinder in Blaustein im Alb-Donau-Kreis.  (Foto: Cartias, Visualisierung: planer gmbh sterr-ludwig, Blaustein)

Fehlende Finanzierung

Frauenhaus in Blaustein wird nicht gebaut

Stand

Das in Blaustein (Alb-Donau-Kreis) geplante Frauenhaus wird doch nicht gebaut. Nach Angaben der Caritas Ulm-Alb-Donau ist die Finanzierung des Projekts gekippt.

Seit vier Jahren plant die Caritas Ulm-Alb-Donau den Neubau eines Schutzhauses für Frauen und Kinder in Blaustein im Alb-Donau-Kreis. Doch daraus wird jetzt nichts: Die Caritas kann den Bau nicht mehr finanzieren.

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Im November 2020 hatte die Caritas nach eigenen Angaben einen Förderantrag für den Bau des Frauenhauses in Blaustein gestellt. Das Bundesprogramm "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" hatte damals eine Förderung von 90 Prozent der Baukosten in Aussicht gestellt. Weitere neun Prozent wollte das Land beisteuern. Die Caritas hätte somit nur 35.000 Euro selbst tragen müssen.

Finanzierung des Blausteiner Frauenhauses scheitert

Doch die Bearbeitung des Förderantrags verzögerte sich, der Bund kürzte seine ursprünglichen Zusagen. Der Caritas sei jetzt das finanzielle Risiko für das Projekt zu hoch, sagt Alexandra Stork, Leiterin der Caritas Ulm-Alb-Donau. Laut Caritas hat sich die Darlehenssumme auf rund 900.000 Euro vervielfacht. Dies bedeute das Aus für ein Frauenhaus in Blaustein.

Damit ist das finanzielle Risiko für die Caritas nicht mehr tragbar.

Das Schutzhaus hätte auf einem Grundstück der katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Blaustein errichtet werden sollen. In den sieben Wohnungen sollten sieben Frauen mit ihren Kindern Zuflucht finden. Frauen aus dem Alb-Donau-Kreis, die akut von Gewalt betroffen oder gefährdet sind. Die Adresse sollte künftig nicht mehr geheim gehalten werden. Um die Sicherheit der Bewohnerinnen gewährleisten zu können, sollte enger mit der Polizei zusammengearbeitet werden.

Caritas-Frauenhaus in Mietimmobilie untergebracht

Das bisherige Frauenhaus war sanierungsbedürftig und ist inzwischen abgerissen worden. Die schutzbedürftigen Frauen sind derzeit in einem gemieteten Haus im Alb-Donau-Kreis untergebracht. Die Caritas prüfe nun, ob diese Zwischenlösung auch dauerhaft genutzt werden könne, hieß es dazu weiter.

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