Zum Verständnis des Coronavirus

Ulmer Studie: Wie Fledermaus-Viren auf Menschen übertragen werden

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Eine Studie der Universität Ulm trägt zum besseren Verständnis des Coronavirus bei. Sie zeigt, wie Fledermaus-Viren auf den Menschen übertragen werden.

Eine Fledermaus wird in zwei Händen gehalten und untersucht (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/KEYSTONE | Ennio Leanz)
Durch die Corona-Impfung können verwandte Fledermaus-Viren nicht übertragen werden. (Symbolbild) picture alliance/dpa/KEYSTONE | Ennio Leanz

Die Forscher um den Ulmer Virologen Frank Kirchhoff haben lediglich eine von mehr als 1.250 Aminosäuren des Fledermaus-Spike-Proteins verändert. Die Folge: Das Spike-Protein des Fledermaus-Virus konnte an menschliche Zellen andocken und deren Infektion ermöglichen.

Coronaviren tragen laut Robert-Koch-Institut sogenannte Spike-Proteine in ihrer Hülle, die wie kleine Harpunen agieren und den Eintritt des Virus in neue Zielzellen ermöglichen. 

Unterstützt wurde die Forschung der Ulmer Virologen durch computergestützte Modellierungen. Die Forschungsergebnisse helfen, laut Uni Ulm, das Risiko zukünftiger viraler Pandemien besser abschätzen zu können.

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Impfung schützt vor verwandte Fledermaus-Viren

Mit Hilfe des veränderten Virus ließ sich in Versuchen außerdem zeigen, dass die Impfung gegen SARS-CoV-2 auch gegen nahe verwandte Fledermaus-Viren schützt, so Kirchhoff. Sie könne also das mögliche Überspringen solcher Krankheitseerreger vom Tier auf den Menschen unterbinden und zukünftige Infektionskrankheiten verhindern. Bei der neu aufgetauchten Omikron-Variante stehe dieser Nachweis aber noch aus. Diese neue Virusvariante habe beunruhigend viele Veränderungen auf einmal.

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