Mann stürzt beim Ulmer Fischertechen in die Donau  (Foto: dpa Bildfunk, pucture alliance/dpa/Stefan Puchner )

Nach fünf Jahren Pause

Tausende Zuschauer beim Ulmer Fischerstechen

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Christine Janke
SWR Aktuell Autorin Christine Janke (Foto: SWR)

Begeisterte Besucher beim Ulmer Fischerstechen am Sonntag. Üblicherweise findet das Spektakel alle vier Jahre statt. Wegen Corona dauerte die Pause ein Jahr länger.

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Darauf haben sich tausende Ulmer gefreut: Das Ulmer Fischerstechen mit seiner mehr als 500 Jahre alten Tradition findet dieses Jahr endlich wieder statt. Am Sonntagvormittag hat das Spektakel mit ersten Tänzen in historischen Kostümen auf dem Ulmer Saumarkt begonnen. In einem Festzug ging es weiter zu Plätzen in Ulm und Neu-Ulm, auf denen getanzt wurde.

Historische Kostüme beim Festumzug mit Tanz vor dem Ulmer Fischerstechen (Foto: SWR, Annette Schmidt)
An Nachwuchs fehlt es dem Ulmer Schifferverein nicht: Unter den Kostümierten bei Tanz und Festumzug vor dem Fischerstechen sind auch viele Kinder. Annette Schmidt

Nach dem letzten Tanz um 15:30 Uhr auf dem Marktplatz ging der Zug durch das Metzgertor ans Donauufer, wo um 16:30 Uhr das Fischerstechen begann. Zwei sogenannte Stecher versuchen sich dabei gegenseitig mit einer Lanze von einer Zille, einem traditionellen Holzboot, ins Wasser zu stoßen. Nur wer trocken bleibt, kommt weiter.

15 Stecherpaare, eine Paarung blieb bis zuletzt geheim

Das Turnier in Ulm bestreiten 15 Stecher-Paare. 28 der 30 Figuren entstammen der historischen Tradition. Da gibt es Personen aus der Geschichte wie etwa Kaiser Karl V. gegen den Ulmer Zunftmeister, der König von Württemberg gegen den König von Bayern oder Gustav Adolf und Wallenstein. Dazu kommen Paare, die mit Ulmer Geschichten und Legenden zu tun haben, wie der Schneider von Ulm gegen den Ulmer Spatz und der Weißfischer gegen den Rotfischer. Eine Paarung blieb bis kurz vor dem Start geheim.

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Überraschungspaar mit aktuellem Zeitbezug

Das Geheimnis wurde am Sonntag gelüftet. Ein Schwimmlehrer der DLRG stach gegen den "kleinen Corona-Nicht-Schwimmer". Die Idee dazu hatten die Schülerinnen und Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums. Die Figuren nehmen dabei Bezug auf die Corona-Pandemie, während der kaum Schwimmkurse angeboten werden konnten. Der "Nicht-Schwimmer" verlor auch tatsächlich beide Runden im Turnier.

Erstmals Frau an Bord beim Fischerstechen

Auch wenn die Stecher ausschließlich Männer sind, es tut sich etwas in der Tradition. Erstmals ist eine Frau zumindest als Fahrerin an Bord einer Zille. Das Boot wird immer zu dritt gefahren. Es bringt den Stecher dicht an der gegnerischen Zille vorbei und liefert ihm einen möglichst ruhigen Stand.

Der Schneider von Ulm gewinnt die erste Runde

Das Ulmer Original, der Schneider von Ulm, hat die erste Runde des Fischerstechens für sich entschieden. Er tritt gegen den Tagessieger des kommenden Sonntags an.

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