Eine Krankenhausmitarbeiterin in Corona-Schutzkleidung steht alleine in einem Krankenhausflur. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Krankheitswelle breitet sich weiter aus

Krank wegen Corona: Firmen und Kliniken zwischen Ostalb und Ulm fehlt das Personal

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Frank Polifke
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Katja Stolle-Kranz

Immer mehr Beschäftigte infizieren sich mit Corona, das Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd hat bereits Leistungen reduziert. Steigende Krankenzahlen verzeichnen auch Firmen zwischen Aalen und Ulm.

Am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd in Mutlangen (Ostalbkreis) seien vor zwei Wochen zunächst 20 Beschäftigte infiziert gewesen, sagte der Sprecher der Kliniken Ostalb, Andreas Franzmann. In der Woche darauf seien 30 hinzugekommen. Damit waren es bereits 50 Infizierte. Die Krankheitsverläufe seien meist mild, ergänzt der Sprecher. Der Krankenstand macht sich jedoch bemerkbar. "Da uns nun 50 Kolleginnen und Kollegen fehlen, mussten wir unsere Leistungen reduzieren, das heißt, es können Betten nicht betrieben werden", so Franzmann.

Immer mehr Beschäftigte infizieren sich mit Corona, das Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd hat bereits Leistungen reduziert. (Archivbild) (Foto: IMAGO, IMAGO / Westend61)
Immer mehr Beschäftigte infizieren sich mit Corona, das Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd hat bereits Leistungen reduziert. (Archivbild) IMAGO / Westend61

Die Krankheitswelle durch Corona breitet sich weiter aus. Deshalb werden Patienten und Besucher des Stauferklinkums Schwäbisch Gmünd dringend gebeten, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und in der Klinik konsequent Maske zu tragen. Laut Franzmann sollten sich Besucher und Besucherinnen zudem vor einem Besuch der Klinik testen lassen, damit Leistungen nicht weiter eingeschränkt werden müssen.  

Noch keine Einschränkungen im Klinikum Heidenheim

Auch im Klinikum Heidenheim gebe es wieder vermehrt coronabedingte Krankheitsfälle beim Personal, sagte eine Sprecherin des Klinikums. Wochenlang seien die Infektionszahlen niedrig gewesen, das habe sich allerdings mit der aktuellen Krankheitswelle geändert. Das Personal teste sich regelmäßig, dennoch gebe es derzeit quer durch alle Abteilungen neue Krankmeldungen, weil Infizierte in Quarantäne müssten. Noch müsse das Klinikum aber keine Betten reduzieren, hieß es.

Auch im Café "Samocca" in Aalen ist die Personaldecke in der coronabedingten Krankheitswelle eng (Symbolbild).  (Foto: SWR, SWR)
Auch in Kneipen und Cafés, wie etwa im "Samocca" in Aalen ist die Personaldecke in der coronabedingten Krankheitswelle eng (Symbolbild). SWR

Gastronominnen aus Aalen - jede Woche Ausfälle

Sabiha Madan, die in Aalen eine Pizzeria betreibt, ist die Verzweiflung über die derzeitigen conorabedingten Personalausfälle anzumerken: "Im Moment haben wir jede Woche zwei bis drei Ausfälle. Es nimmt wieder massiv zu." Auch Sabin Lehmann vom Café "Samocca" spürt den steigenden personellen Engpass. Das Café ist ein Projekt der Ostalb-Werkstätten, einer Einrichtung für behinderte und psychisch kranke Menschen. Da mache sich das coronabedingte Fehlen noch anders bemerkbar, erklärt die Caféhausleiterin: "Wenn sich das Arbeitspensum wegen der Ausfälle erhöht, leiden die verbleibenden Mitarbeiter, vor allem psychisch kranke Mitarbeitende, die wir hier haben." Darum werde jetzt überlegt, das Café einen Tag mehr in der Woche zu schließen.

Steigende Krankenzahlen in Firmen

Auch in vielen Firmen könnten die steigenden Krankheitsfälle durch Corona zum Problem werden. In der deutschen Konzernzentrale der Firma Zeiss in Oberkochen (Ostalbkreis) spüre man die wieder ansteigenden Infektionen, teilte eine Unternehmenssprecherin dem SWR mit. Momentan greife man beim Hersteller von optischen Geräten auf die bewährten Maßnahmen zurück, also auf Abstand und Lüften, um besonders die Produktionsbereiche bestmöglich zu schützen.

Bei der Uzin Utz AG in Ulm gibt es ebenfalls Ausfälle bei Mitarbeitenden wegen einer Infizierung mit dem Coronavirus. Die Infektionszahlen hielten sich bei dem Verleger von Bodensystemen aber derzeit noch in Grenzen, teilte das Unternehmen mit. Im Produktionsbereich gebe es "zum Glück keine größeren Ausfälle, so dass wir keine Einschränkungen zu verzeichnen haben", hieß es.

Wieland-Werke "gut aufgestellt durch firmeneigene Impfaktionen"

Produktions- oder Schichtausfälle gibt es auch bei den Wieland-Werken coronabedingt nicht, heißt es auf Nachfrage des SWR beim Hersteller für Halbfabrikate aus Metall in Ulm. Noch könnten die Coronaerkrankungen kompensiert werden. Viele Beschäftigte seien geimpft, auch aufgrund der firmeneigenen Impfaktionen sei man gut aufgestellt. Von den Büro-Beschäftigten seien zudem viele im Homeoffice.

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