STAND

Erleichterung bei den Basketballern von Ratiopharm Ulm. Seit Dienstag steht fest: Die Bundesliga darf ihre wegen Corona unterbrochene Saison fortsetzen. Aber der Club steht auch vor zwei großen Problemen.

Kurzfristig muss Ratiopharm Ulm jetzt für das Turnier um die Deutsche Meisterschaft in München eine Mannschaft zusammen bekommen. Die sechs amerikanischen Profis sind mit Beginn der Corona-Krise in ihre Heimat geflogen. Bislang ist nur einer zurückgekommen. Das könnten schwierige Gespräche werden, die Manager Thomas Stoll jetzt mit den anderen führen will: "Ende der Woche oder Anfang nächster Woche werden wir genau wissen, wer für uns in den Ring steigen wird."

Ein Mann sitzt vor Mikrofonen und spricht (Foto: SWR)
"Ende der Woche oder Anfang nächster Woche werden wir genau wissen, wer für uns in den Ring steigen wird", sagt Thomas Stoll von Ratiopharm Ulm

Notfalls müssen Spieler aus dem Nachwuchs ran

Am 6. Juni haben die Ulmer ihr erstes Spiel. Vorher müssen sie trainieren und alle drei Tage getestet werden - in der Hoffnung, dass kein Spieler wegen Corona noch ausfällt. Zur Not müsste Ratiopharm Ulm den Kader mit Nachwuchsspielern auffüllen.

"Ich glaube, dass es das Wichtigste ist, endlich wieder zu spielen. Dass wir endlich wieder präsent sind und dass man sieht: Wir sind da."

Thomas Stoll, Manager Ratiopharm Ulm

Die Hygieneauflagen für das Turnier in München umfassen 58 Seiten. Bis zu drei Wochen dürfen sich die Spieler nur in der Halle und im Hotel aufhalten.

Basketballspieler mit einem Ball in der Hand, hinter ihm steht sein Trainer (Foto: Imago, Imago images  Eibner)
Kapitän Per Günther von Ratiopharm Ulm in Aktion Imago Imago images Eibner

Turnier wichtig für Sponsorengelder

Stoll ist vom Konzept überzeugt, obwohl mehrere Bundesligaspieler zuletzt öffentlich Kritik geäußert hatten, sie seien bei den Planungen nicht einbezogen worden. Finanziell sei das Turnier, das vor allem von Sportkanälen übertragen wird, wichtig, um Sponsorengelder nicht zu verlieren, meint Finanzgeschäftsführer Andreas Oettel.

"Es werden harte Zeiten."

Andreas Oettel, Finanzgeschäftsführer Ratiopharm Ulm

Wie Ratiopharm Ulm wirtschaftlich durch die Corona-Krise kommt, lasse sich noch nicht abschätzen. Sollte die Basketball-Bundesliga im Herbst ohne Zuschauer in die neue Saison gehen müssen, wäre das eine Katastrophe. Außerdem sei noch unklar, wie viele der 250 Sponsoren und Partner der Ulmer Basketballer selbst in erhebliche Schieflage geraten. Es würden harte Zeiten, so Oettel.

Corona-Regeln nicht eingehalten Polizei beendet Training von Ratiopharm Ulm: "Waren vielleicht zu naiv"

Weil Corona-Regeln nicht eingehalten wurden, hat die Polizei das Training der Ulmer Basketballer in Neu-Ulm beendet. Laut Sportdirektor Thorsten Leibenath fehlte seinem Verein die Genehmigung.  mehr...

Basketball | BBL Grünes Licht für BBL-Final-Turnier

Die bayerische Landesregierung hat heute die Erlaubnis für das Stattfinden eines Final-Turniers bekannt gegeben. Ab dem 6. Juni kämpfen zehn Teams um die deutsche Meisterschaft.  mehr...

STAND
AUTOR/IN