Polizei vor Synagoge in Ulm (Foto: SWR, (Archivbild))

Anfangsverdacht der Volksverhetzung

Vier Verdächtige nach Aktion mit Banner vor Ulmer Synagoge

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Nach einer Aktion mit Bannern vor der Synagoge in Ulm haben Polizei und Staatsanwaltschaft vier Tatverdächtige ermittelt. Es geht unter anderem um den Anfangsverdacht der Volksverhetzung.

Zeugen hatten Anfang Juni dieses Jahres bemerkt, dass sich vier Männer mit zwei Bannern vor der Ulmer Synagoge postierten. Sie seien geflohen, als die Zeugen auf sie zugingen, so die Polizei.

Banner vor Synagoge: Tatverdächtige aus verschiedenen Städten und Kreisen

Nun haben die Tatverdächtigen ermittelt werden können. Es handelt sich laut Poizei und Staatsanwaltschaft in Ulm um einen 19-Jährigen aus Stuttgart, einen 23-jährigen Mann aus München, einen 22-Jährigen aus dem Enzkreis und einen 16-jährigen Jugendlichen aus dem Kreis Ludwigsburg.

Anfangsverdacht der Volksverhetzung gegeben

Die Aufschrift der Banner sei rechtsgerichtet gewesen, aber nicht strafbar. Die Männer haben laut den Ermittlungen bei der Tat im Juni allerdings aus einem mitgebrachten Lautsprecher rechtsgerichtete Musik gespielt. Aufgrund des Musiktextes bestehe der Anfangsverdacht der Volksverhetzung.

Strafanzeigen gegen alle vier Beschuldigte

Der 19-jährige Verdächtige geriet zuerst in den Fokus der Ermittler. Bei einer Wohnungsdurchsuchung seien Beweismittel, darunter die beiden Banner, gefunden worden. Die weiteren Ermittlungen führten zu den drei weiteren Tatverdächtigen. Der junge Mann aus Stuttgart sei schon zuvor wegen ähnlicher Straftaten auffällig geworden, die drei Mittäter nicht. Alle vier werden nun Strafanzeigen erhalten, hieß es weiter.

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