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Immer mehr Menschen fahren im Moment mit dem Fahrrad. Erstens weil sie coronabedingt die öffentlichen Verkehrsmittel meiden und zweitens weil das Wetter passt. Das Fahrradgeschäft boomt wie noch nie. Auch in Dornstadt.

Es sei eine absolute Ausnahmesituation, sagt Fahrradhändler Andreas Reyhle. Seit 30 Jahren hat er sein Geschäft in Dornstadt, aber so viele Fahrräder wie derzeit verkauft er selten. Sein Werkstattleiter Moritz Peter hat durch die viele Arbeit eigentlich keine Zeit zum Reden. Das gilt auch für die Chefin Bianca Reyhle, die für Buchhaltung und Verkauf zuständig ist. "Jeder schafft und schafft", sagt sie.

Viele Fahrräder stehen vor einer Fahrrad-Werkstatt (Foto: SWR, Doris Riedmüller)
Fahrrad-Werkstätten wie in Dornstadt sind in Corona-Zeiten sehr gefragt. Das Geschäft boomt. Doris Riedmüller

Vor dem Hintereingang des Fahrradgeschäfts stehen reparaturbedürftige Fahrräder und ihre Besitzer in der Schlange. Bei ihren Rädern müssen unter anderem die Schaltung und die Bremsen gerichtet werden. Zehn Reparateure, die im Wechsel in der Werkstatt arbeiten, kümmern sich darum. Der Chef entscheidet, welche Arbeiten am dringendsten erledigt werden müssen.

Räder aller Art stehen und hängen in einem Fahrradgeschäft (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
In vielen Geschäften werden so viele Fahrräder verkauft wie selten. (Symbolbild) Picture Alliance

Weil die Mitarbeiter auch Kundenkontakt haben, tragen alle einen Mund- und Nasenschutz. Vor dem Werkstatteingang warten die Leute schon auf ihre reparierten Räder. An der Kasse stehen die Kunden, die ihr bestelltes Rad endlich abholen wollen. Teilweise mussten sie vier Wochen warten, weil laut Andreas Reyle die Hersteller ihre Produktion eingestellt oder Kurzbarbeit angemeldet haben. Außerdem sind die Transportzeiten viel länger.

Reisebeschränkungen kurbeln Geschäft an

Dass die Fahrradhändler in diesem Frühjahr besonders viel zu tun haben, liegt auch an den coronabedingten Reisebeschränkungen. Laut Servicetechniker Markus Seegerer steigen viele auf das Fahrrad um, weil sie im Land bleiben müssen und es hier schöne Radstrecken gibt. Fahrradhändler und -mechaniker Andreas Reyhle aus Dornstadt freut sich über den Boom auch, weil sein Beruf nun eine ganze andere Wertschätzung erfährt.

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