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Der Kreisbauernverband Ulm-Ehingen hat den Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland kritisiert. Der Kreisvorsitzende Ernst Buck fürchtet um die Existenz vieler Bauernfamilien.

Schon nach dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg seien die Bauern im ganzen Land unter Sippenhaft genommen worden. Das wirke sich schon jetzt auf die Schweinezüchter und -mäster in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis aus, sagte Buck im SWR-Interview. Der Preis für Mastschweine und Ferkel sei bereits vergangene Woche eingebrochen. "Das geht an die Existenz", sagte Buck. Die Bauern litten derzeit außerdem an der Corona-Krise und den Vorkommnissen bei Deutschlands größtem Schlachtkonzern Tönnies.

Der Kreisbauernverband Ulm-Ehingen hat den Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland kritisiert. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Mohssen Assanimoghaddam/dpa)
Mastschweine und Ferkel seien bereits am vergangenen Freitag abgewertet worden. "Das geht an die Existenz", sagte Buck. picture alliance/Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Nach dem deutschlandweit ersten Fall sei die Seuche in Brandenburg bei fünf weiteren Wildschweinen nachgewiesen worden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Dienstag mit. Wegen der Schweinepest haben nach China und Südkorea auch Japan, Brasilien oder Argentinien deutsche Schweinefleisch-Einfuhren verboten.

Appell an Schweinezüchter

Buck appellierte an alle Schweinezüchter, die Sicherheitsmaßnahmen zu beachten und Desinfektionswannen aufzustellen. Außerdem sollten so wenig Menschen wie möglich die Ställe betreten, um einen eventuellen Ausbruch zu verhindern.

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