Das Blaulicht eines Polizeiautos. (Symbolbild). (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Klaus-Dietmar Gabbert )

Autohändler erhält Brief mit Tierauge

Ermittlungen wegen Ekelpost an Neu-Ulmer Autohaus

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Monika Götz
Monika Götz (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Ein Mann soll Ekelbriefe mit tierischen Organen an Autohäuser geschickt haben, Ende November auch an ein Autohaus in Neu-Ulm. Die Spur führt nach Baden-Württemberg.

Bundesweit haben offenbar mehrere Autohäuser Briefe mit tierischen Organen erhalten. Die Ermittlungen zu der Ekelpost leitet inzwischen die Staatsanwaltschaft Rottweil. Die Behörde hat einen Mann im Visier, der möglicherweise die Post verschickt hat. Er lebt im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Rottweil (Landkreise Rottweil, Freudenstadt, Tuttlingen), wie die Behörde bestätigte.

Ende November war ein Brief mit einer klebrigen, undefinierbaren Substanz an ein Autohaus in Neu-Ulm geschickt worden. Ein Mitarbeiter hatte den Brief geöffnet und über Unwohlsein geklagt. Die Firma wurde evakuiert. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren im Großeinsatz, weil zunächst nicht klar war, wie gefährlich der Inhalt ist. Es stellte sich heraus, dass es ein Tierauge war.

Die Spur der Ekelbriefe führt mittlerweile nach Baden-Württemberg. Das teilte die Staatsanwaltschaft Rottweil mit. (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Spur der Ekelbriefe führt mittlerweile nach Baden-Württemberg. Das teilte die Staatsanwaltschaft Rottweil mit. (Symbolbild) Picture Alliance

Aktion gegen den Autobauer Tesla?

Die Sendung war laut Recherchen der "Südwest Presse" vermutlich ein Irrläufer, weil weitere Briefe an deutsche Niederlassungen und Beschäftigte des US-Autobauers Tesla adressiert waren. Die Staatsanwaltschaft Rottweil nennt mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen bisher keine Details zur Zahl der Fälle und zum möglichen Motiv des Beschuldigten.

Auch ukrainische Botschaften bekommen Ekelpost mit Tieraugen

Die Behörde gibt auch keine Auskunft darüber, ob ein Zusammenhang mit ähnlichen Briefen an Botschaften der Ukraine besteht. Das ukrainische Außenministerium hatte Anfang Dezember mitgeteilt, dass Botschaften und Konsulate in sechs europäischen Ländern Pakete mit Tieraugen erhalten hätten.

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