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So was kommt nur sehr selten vor: Das Ulmer Münster bekommt eine neue Orgel. Sie wird bis Ende nächsten Jahres im Chorraum des Münsters errichtet. Über "Klangpatenschaften" soll das Instrument mitfinanziert werden.

Entwurf Chororgel Ulmer Münster (Foto: Münsterkantorei / Spiesz-Design / Orgelbau Kuhn AG)
Die Ansicht auf die Chororgel vom Hauptschiff des Ulmer Münsters aus Münsterkantorei / Spiesz-Design / Orgelbau Kuhn AG

Fast 60 Jahre war die alte Chororgel alt. Bei einer Untersuchung haben die Experten so erhebliche Mängel festgestellt, dass eine Sanierung ausichtslos schien. Der Neubau einer Chororgel war nach Meinung der Experten die richtige Lösung.

Schweizer Orgelbauer bekommt Zuschlag

Den Zuschlag für den Bau erhielt die renommierte Orgelbaufirma Kuhn aus Männedorf am Zürichsee. Die Firma gilt als führendes Unternehmen für die Herstellung, Restaurierung und Pflege von Pfeifenorgeln aller Größen und Stilrichtungen - vom Kleininstrument bis hin zu Orgeln in großen Kathedralen und Konzertsälen weltweit.

Entwurf einer modernen Chororgel für das Ulmer Münster (Foto: Münsterkantorei / Orgelbau Kuhn AG)
Noch ein Entwurf - Ende kommenden Jahres dann Realität: So soll die neue Chororgel im Ulmer Münster aussehen Münsterkantorei / Orgelbau Kuhn AG

Der Entwurf der Schweizer Orgelbauer fällt durch seine schlichte Eleganz auf. Er protzt nicht und wirkt dennoch präsent. Eine Besonderheit in der Orgelarchitektur ist die Linienführung: Die vier bereits vorhandenen Betonstreben unter dem Orgelsockel nimmt der Entwurf als Gestaltungsmerkmal auf. Denn die Linien der Streben werden nach oben im Orgelgehäuse fortgeführt.

Entwurf Chororgel Ulmer Münster (Foto: Münsterkantorei / Spiesz-Design / Orgelbau Kuhn AG)
Blick aus dem Chorraum des Münsters ins Hauptschiff: Links der Computer-Entwurf für die neue Chororgel Münsterkantorei / Spiesz-Design / Orgelbau Kuhn AG

Klangpaten gesucht

Das Gesamtprojekt hat seinen Preis: Die neue Orgel kostet 632.000 Euro. Der Münsterbauverein unterstützt den Bau mit einer Anschubfinanzierung. Jetzt sucht die Münsterkantorei Klangpaten, die den Orgelbau unterstützen wollen.

Das funktioniert so: Wer eine Klangpatenschaft übernehmen möchte, der kann sich eine Orgelpfeife aussuchen, die er finanziert. Die Pfeifen sind in verschiedene Kategorien eingeteilt. Eine Patenschaft für eine Pfeife der Kategorie 7 kostet gerade einmal 50 Euro. Kategorie 1 ist für 1.800 Euro zu haben. Und wer noch mehr anlegen will: Die Patenschaften für Prospektpfeifen an der Frontseite der Orgel kosten 2.000 Euro, für die großen Prospektpfeifen sogar 2.600 Euro.

Urkunde und Gravur

Alle Paten erhalten eine Patenschafturkunde und werden auf einer extra eingerichteten Homepage als Klangpate aufgenommen. Der Name der Paten wird außerdem auf einer Gedenktafel eingraviert, die an der neuen Orgel angebracht wird.

Die Details zu den Patenschaften findet man im Internet unter www.meine-pfeife.de. Und wer es doch lieber in Papierform mag: Es gibt auch Broschüren für die Klangpatenschaft.


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