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Biergärten und Lokale dürfen wieder öffnen. Wie wär's also mit einem Höhlen-Ausflug auf die Schwäbische Alb, nach Laichingen oder Niederstotzingen? Aber: Die Höhlen sind geschlossen.

Ein Schild steht am Eingang vor der Höhle "Hohle Fels" (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Stefan Puchner / dpa)
Weltkulturerbe: der "Hohle Fels" in Schelklingen im Alb-Donau-Kreis (Archivbild). picture alliance / Stefan Puchner / dpa

Der "Hohle Fels" in Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) ist eine der größten Schauhöhlen der Schwäbischen Alb. Doch derzeit versperrt ein großes Eisentor den Eingang zur Höhle. Das sei für viele Besucher nicht nachvollziehbar, sagt Friederike Schöll von der Stadt Schelklingen, die den "Hohle Fels" betreibt. "Es sind schwierige Zeiten."

Land fordert von Betreibern Corona-Schutzkonzepte

Ob und wann eine Höhle öffnen darf, entscheidet das Regierungspräsidium Freiburg, genauer die Landesbergdirektion. Die wiederum tut sich schwer mit der Einordung von Schauhöhlen und fordert detaillierte Schutzkonzepte der Höhlenbetreiber. Iris Bohnacker vom "Geopark Schwäbische Alb" betreut die insgesamt zwölf Schauhöhlen. Die bereits vorliegenden Konzepte seien durchdacht, so die Geologin. Im "Hohle Fels" gebe es keine Gruppenführungen, nur Einzelbesucher, jeder müsse sich eintragen und einen Mundschutz tragen.

Jede Höhle verlangt spezielle Konzepte, weiß auch Friederike Schöll, die das Schutzpapier für den "Hohle Fels" in Schelklingen mitentwickelt hat. Nadelöhr ist dort die Metallbrücke nach dem Eingangsbereich. "Dort müssen wir darauf achten, dass sich nicht zu viele Leute auf der Brücke befinden." Wesentlich einfacher haben es da Höhlen mit einem separaten Ein- und Ausgang wie zum Beispiel die Tiefenhöhle in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) oder die Vogelherdhöhle in Niederstotzingen (Kreis Heidenheim).

Steile Treppen führen in die Tiefenhöhle bei Laichingen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Stefan Puchner / dpa)
Auch in die Tiefenhöhle in Laichingen dürfen derzeit keine Besucher (Archivbild) picture alliance / Stefan Puchner / dpa

Höhlenforscherin sieht keine Coronavirus-Gefahr in Höhlen

Eines eint die Höhlen jedoch: ein feucht-kühles Klima. Das begünstigt die Verbreitung des Coronavirus, zumindest theoretisch, erklärt die Schelklinger Höhlenforscherin Petra Boldt. Vor allem, wenn die Luft stehen würde. "Aber wir sind in einer Höhle ja nicht in einem abgeschlossenen, nicht belüfteten Raum. Deswegen hätte ich überhaupt keine Bedenken, eine Höhle zu betreten."

Die Schutzkonzepte liegen nun bei der Landesbergdirektion und müssen geprüft werden. Die Stimmung bei den Höhlenbetreibern sei angespannt, so Iris Bohnacker vom Geopark. Während manche Höhlen ehrenamtlich betrieben werden, hängen an anderen Einrichtungen Arbeitsplätze und Existenzen.

"Und es ist ja auch der Beginn der Saison, das ist ein Verlust für den Tourismus auf der ganzen Schwäbischen Alb."

Iris Bohnacker vom "Geopark Schwäbische Alb"

Da kann Friederike Schöll von der Stadt Schelklingen nur zustimmen. Der "Hohle Fels" am Donauradweg sei ein Magnet für Touristen und müsse daher schnell wieder öffnen. Das wünschen sich alle Höhlenbetreiber und zwar bis spätestens Anfang Juni.

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