STAND

Buchweizen liegt derzeit voll im Trend - vor allem Weizenallergiker schätzen das glutenfreie Pseudogetreide. In Dornstadt-Scharenstetten steht die einzige Buchweizen-Schälanlage Süddeutschlands.

Buchweizen war in Deutschland bis ins 19. Jahrhundert weit verbreitet. Dann verschwand das Pseudogetreide von den Anbauflächen, weiß Friedrich Longin, Getreideexperte von der Universität Hohenheim in Stuttgart. An der dortigen Landessaatzuchtanstalt will man herausfinden, welche der 20 Buchweizen-Sorten sich für den Anbau in Deutschland besonders eignet.

Maschine in einer landwirtschaftlichen Halle (Foto: SWR, Timo Staudacher)
In der einzigen Buchweizen-Schälanlage Süddeutschlands werden die kleinen Körner von ihrer Schale befreit. Timo Staudacher

Pseudogetreide Buchweizen bei Allergikern beliebt

Denn Buchweizen feiert ein Comeback - als gut verträgliche Weizen-Alternative unter anderem für Menschen, die kein Gluten vertragen. Die Verarbeitung nach der Ernte ist allerdings nicht ganz so einfach. Auf dem Kalmenhof der Familie Gansloser in Dornstadt-Scharenstetten steht die einzige Buchweizen-Schälanlage Süddeutschlands. In einer großen Halle wirbeln die kleinen, eckigen Früchte durch ein Röhrensystem von einer Maschine zur nächsten. Auf mehreren Stockwerken werden sie gereinigt, sortiert und geschält.

Das ging bisher nur in Nord- oder Ostdeutschland, erzählt Landwirt Friedhelm Gansloser. Zwischen 100 und 200 Tonnen Buchweizen verarbeitet seine Familie im Jahr. Auch den eigenen, der dann im Hofladen verkauft wird. Die Nachfrage nach Buchweizen sei nicht so groß wie beim Weizen, sagt der Landwirt, aber etwa eine Tonne Buchweizen werde im Jahr ab Hof verkauft.

"Es ist einfach die Nachfrage da von Menschen, die eine Weizen-Unverträglichkeit haben."

Friedhelm Gansloser, Landwirt

Denn im Gegensatz zu vielen Getreidesorten kommt Gluten oder Klebereiweiß im Buchweizen nicht vor. Und mit dem Mehl, der Grütze und den Körnern selbst könne man allerlei Leckereien herstellen, mit einem ganz eigenen, nussigen Geschmack, erzählt Annerose Gansloser. Die Landwirtin kocht leidenschaftlich gerne mit Buchweizen, zum Beispiel als Fleischersatz für Bratlinge oder als Mehlalterntive für Kuchen oder Brot.

STAND
AUTOR/IN