Ein Denkmal aus zahlreichen Einzelteilen auf einem Platz umringt von hohen Häusern, davor ein gelber Bagger. Das Einstein-Denkmal in Ulm, das beim Bau des neuen Quartiers Sedelhöfe zu einem kleinen Teil im Boden versank, sollte eigentlich bereits wieder angehoben sein.  (Foto: SWR, Volker Wüst)

Kunstwerk bleibt weiter vergraben

Anhebung des Einstein-Denkmals in Ulm verzögert sich weiter

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Martin Miecznik
SWR Aktuell Autor Martin Miecznik (Foto: SWR)

Eigentlich sollte es schon angehoben sein: Das Denkmal für Albert Einstein in den Sedelhöfen in Ulm. Aber die Aktion verzögert sich wegen eines unerwarteten Problems auf unbestimmte Zeit.

Das Einstein-Denkmal in Ulm, das beim Bau des neuen Quartiers Sedelhöfe zu einem kleinen Teil im Boden versank, sollte eigentlich bereits wieder angehoben sein. Doch es gibt eine Verzögerung.

Denkmal für Einstein leichter als erwartet - Anhebung verzögert sich weiter

40 Zentimeter nach oben soll es gehen für das Denkmal aus 24 Granitblöcken, einem Kunstwerk zu Ehren von Albert Einstein. Aber das dauert noch. Denn es wiegt weniger als gedacht, 24 statt 32 Tonnen. Und das bringt zwar nicht das Denkmal ins Wanken, aber den Zeitplan für die Anhebung.

Eine Seilsäge schneidet durch einen Stein und wird bewässert (Foto: SWR)
Geht wie durch Butter (sehr harte allerdings...) Am unteren Bildrand ist der Schnitt durchs Fundament schon zu sehen

Am Standort des Denkmals gegenüber dem Ulmer Hauptbahnhof, wo das neue Stadtquartier Sedelhöfe entstanden ist, war das Geburtshaus des Nobelpreisträgers Albert Einstein. Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach abgerissen. Für diesen Ort entwarf der Schweizer Künstler Max Bill in den 1980er-Jahren auch das Denkmal: 24 Granitblöcke, für jede Stunde des Tages einer. Zwölf liegend, zwölf stehend.

Symbolik des Einstein-Denkmals begraben

Diese Symbolik war den Verantwortlichen für den Sedelhöfe-Bau aber nicht bewusst, als sie den umgebenden Platz um 40 Zentimeter anhoben. Dadurch verschwanden zwei Granitblöcke und damit zwei Stunden eines Tages fast komplett im Boden.

Sockel des Einstein-Denkmals bisher (Foto: SWR)
So sah das bislang aus: Zwei "Stunden" des Tages waren leider nach der Anhebung des Platzes im Boden versunken.

Einstein-Denkmal: gewogen und für zu leicht befunden

Das soll jetzt repariert werden. Das Einstein-Denkmal ist mittlerweile am Fundament auf kompletter Breite durchgesägt und für die Anhebe-Aktion vorbereitet. Aber bei einem probeweisen Hub um wenige Millimeter hat sich herausgestellt: Das Denkmal wiegt weniger als gedacht. 24 statt 32 Tonnen. Damit passen die Einstellungen für die hydraulischen Hubvorrichtungen nicht mehr.

Eine Hydraulikpumpe in einem Loch (Foto: SWR)
Ganz schön viel Power: Bis zu 17 Tonnen kann ein solcher Hydraulikheber stemmen. Vier davon sind beim Einstein-Denkmal im Einsatz. Genug für ein Denkmal, das nach neues Berechnungen "nur" 24 Tonnen wiegt.

Mit Bolzen und Klebstoff gesichert

Das Denkmal ist mit Bolzen und Klebstoff montiert, die Anhebe-Aktion wird damit zur filigranen Arbeit. Mit vier hydraulische Hubvorrichtungen soll sie erledigt werden, aber die waren auf ein höheres Gewicht eingerichtet - die Parameter sind nicht mehr stimmig und müssen neu berechnet werden. Zum Beispiel stimmt der Öldruck für die Hubvorrichtungen jetzt nicht mehr. Denn es darf eines nicht passieren - dass beim Anheben das Kunstwerk verkantet und dadurch Schaden nimmt.

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Wann es für Albert Einsteins Denkmal jetzt tatsächlich nach oben geht, ist noch unklar. Es wird jetzt erst einmal durch einen Bauzaun geschützt -Zeitpunkt des Liftings ungewiss.

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