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2020 war auch für Freizeitparks kein einfaches Jahr: Entweder sie mussten schließen oder es konnten coronabedingt weniger Besucher kommen. Manuela Stone vom Legoland in Günzburg im Interview.

Ende Oktober hat das Legoland in Günzburg seine ohnehin schon kurze Saison vorzeitig beenden müssen. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie begann der Teillockdown. Manuela Stone ist Geschäftsführerin des Freizeitparks.

SWR: Frau Stone, ist das Jahr 2020 das schlechteste Jahr in der 18-jährigen Geschichte des Legolandes in Günzburg?

Manuela Stone: Ja, das muss ich zweifelsfrei mit Ja beantworten. Das ist leider so.

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Wie viele Menschen sind denn in diesem Sommer zu Ihnen in den Park gekommen und wie vielen kommen normalerweise?

Wir sind vom positiven Rekordjahr in ein negatives Rekordjahr gekommen. Knapp 1,9 Millionen Besucher waren es noch 2019, und dieses Jahr haben wir ein bisschen über 40 Prozent davon erreicht. Und das ist natürlich schon wesentlich weniger.

Was bedeutet das für das Legoland? Können Sie alle Mitarbeiter mit ins Jahr 2021 nehmen? Oder müssen Sie da auch unangenehme Entscheidungen treffen?

Bei uns ist es so, dass wir in Deutschland natürlich die Kurzarbeit haben. Das hat uns schon viel geholfen. Das muss man ganz klar sagen. Wir sind ein saisonaler Betrieb, das heißt, ein Großteil unserer Mitarbeiter würde jetzt ohnehin in die Winterpause gehen. Was sich verändert hat, dass wir unsere Wiederkehrer-Verträge erst im Januar entscheiden. Aber das ist mit dem Team abgesprochen.

Ist die Situation für den Park existenzgefährdend?

Wir sind ja als Merlin Entertainments weltweit mit vielen Attraktionen vertreten. Und wenn alle Attraktionen, was dieses Jahr der Fall war, zu einem Zeitpunkt geschlossen haben, dann können wir das nicht jedes Jahr machen. So ein Jahr möchten wir nicht wieder haben. Wir gehen davon aus, dass das jetzt ein Aufbaujahr 2021 wird und wir wieder darauf aufbauen können.

Stichwort Planungen und 2021: Momentan stecken wir noch mitten in der Krise, vielleicht sogar mehr denn je. Inwiefern können Sie denn für nächstes Jahr überhaupt schon planen?

Im Moment laufen unsere Planungen für 2021 wie immer. Am 27. März ist unsere Eröffnung, und wir hoffen natürlich, dass wir, auch wenn es mit Beschränkungen eventuell sein müsste, dass wir zumindest öffnen können.

Wird es denn neue Attraktionen geben, neue Investitionen? Oder fällt das komplett weg?

Wir hatten in unseren Zehn-Jahres-Plänen für 2021 eher kleinere Dinge geplant. Und dabei bleibt es auch. Aber unsere Pläne für die Zukunft, da hat sich nichts verändert.

Wenn jetzt die Menschen eher Urlaub oder Reisen im Inland planen, sehen Sie darin auch eine Chance für das Legoland, vielleicht sogar für 2021.

Wir sehen das definitiv als Chance. Normalerweise kommen zwischen 34 Prozent und 40 Prozent unserer Übernachtungsgäste aus Deutschland. Dieses Jahr waren es im Durchschnitt 70 Prozent und ich denke, viele Deutsche haben für sich auch Deutschland wieder neu entdeckt. Wir sehen das für 2021 definitiv als Chance.

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