Fahrtraining im Ostalbkreis

Diese Tipps helfen beim sicheren E-Bike-Fahren

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Sicheres Fahren braucht Übung, auch mit dem E-Bike. Der Ostalbkreis hat deshalb am Mittwoch in Aalen die Aktion "radspaß - sicher e-biken" gestartet. Kurse auf der Ostalb gibt es bis August.

Sicherheitstraining fürs E-Bike: Behelmte Frauen und Männer drehen in Aalen auf dem Platz Greut ihre Übungsrunden mit dem E-Bike. (Foto: SWR, Frank Polifke)
Bei der Aktion "radspaß- sicher e-biken" in Aalen wird auch die Fahrtechnik geübt. Frank Polifke

Das E-Bike liegt im Trend. Auch Fahrradmuffel schwingen sich auf den Sattel des elektrisch unterstützten Fahrrads. Die Begeisterung ist groß, die Zahl der Unfälle aber auch. In Aalen hat am Mittwoch deswegen der erste von knapp zehn Kursen für mehr Fahrsicherheit im Ostalbkreis begonnen.

Training mit E-Bike und gerade noch die Kurve gekriegt

Im ersten Kurs trainierten acht Frauen und Männer auf ihren E-Bikes unter anderem, wie man sicher auf- und absteigt, wie man bremst, Kurven fährt oder abbiegt. Manche sind erst vor kurzem auf ein E-Bike umgestiegen. Vor allem Seniorinnen und Senioren sind da schnell überfordert, so die Erfahrung von Trainer Klaus-Dieter Rossow.

"Beim E-Bike ist das Problem, dass man jetzt eine Unterstützung hat. Das ist wie beim Auto: Je stärker der Motor, desto größer ist die Gefahr, dass man das vielleicht nicht mehr managen kann..."

Radfahrer mit Helm auf dem E-Bike: Kurse für das sichere Fahren auf dem E-Bike gibt es bis August im ganzen Ostalbkreis. (Foto: SWR, Frank Polifke)
Kurse für das sichere Fahren auf dem E-Bike gibt es bis August im ganzen Ostalbkreis. Frank Polifke

Tipps zum richtigen Fahren auf dem E-Bike vom Württembergischen Radsportverband e.V. WRSV

Richtiges Fahren beginnt mit dem richtigen Aufsteigen

Jeder kann doch aufs Rad aufsteigen, denkt man unwillkürlich. Und doch sollte man beim Entern des E-Bikes ein paar Dinge beherzigen. Besonders wichtig: Grundsätzlich aufs stehende Rad aufsteigen und dann erst losfahren. Nicht - wie bei Herrenrädern mit Stange üblich - sich aufs rollende Rad schwingen. Das E-Bike kann sehr abrupt beschleunigen, und schon liegt man auf der Nase, bevor die Fahrt überhaupt begonnen hat.

Am besten fährt man ohne E-Unterstützung an, zumindest in der Ebene, allenfalls in der leichtesten Unterstützer-Stufe (ECO). Am Berg ebenfalls in der leichtesten oder zweit-leichtesten (TOUR). Noch ein Tipp fürs problemlose Anfahren: Einen niedrigen Gang einlegen. Auf ebener Strecke den dritt- oder viert-leichtesten, am Berg natürlich den leichtesten.

Kurven machen Spaß - und haben Tücken

Ist man erstmal unterwegs, gibt's weitere Dinge zu beachten. Eine grundsätzliche Binsenweisheit vorweg: Vorausschauend fahren und immer bremsbereit sein. Das trifft auf jedes Fahrzeug zu, aufs E-Bike aber ganz besonders. Es wiegt zwischen 18 und 25 Kilogramm, Folge: Die Fliehkräfte in den Kurven sind anders als beim normalen Rad. Fürs E-Bike-Fahren gilt daher: Kurven aktiver und bewusster fahren als mit dem normalen Rad.

Gerade in langgezogene Kurven kann man sich mit dem E-Bike ähnlich hineinlegen wie mit einem Motorrad. Wichtig dabei: Auf die Stellung der Pedale achten! Das kurveninnere Pedal sollte stets oben sein. Auf dem kurvenäußeren Pedal (unten) liegt dann automatisch etwas mehr Druck, und man durchfährt die Kurve wie auf Schienen.

Noch ein Tipp für die Kurve: Am Anfang bereits ihr Ende in den Blick nehmen. Sollte das noch nicht sichtbar sein, so weit wie möglich in die Kurve schauen, um zu sehen, was auf einen zukommt.

Das richtige Schalten

Noch ein Hinweis zum richtigen Schalten: Nie nur die E-Stufe wechseln. Immer zusätzlich schalten, wie beim normalen Rad. Nur der richtige Gang sorgt dafür, dass man beim Treten gut und schnell vorankommt. Die E-Stufe unterstützt und erleichtert das Treten lediglich.

Richtig Bremsen: mit das Wichtigste überhaupt

Nochmal der Grundsatz: Vorausschauend fahren, und immer bremsbereit sein. Und gleichmäßig bremsen, nie ruckartig! Die Räder sollten nicht blockieren, das verlängert den Bremsweg. Nicht weniger wichtig: Mit beiden Händen bremsen. Dabei links etwas stärker als rechts, denn 60 bis 70 Prozent der Bremsleistung sollte auf dem Vorderrad liegen. Denn da ist das höhere Gewicht.

Und noch etwas machen viele E-Biker anfangs falsch: Sie steigen noch vom rollenden Rad ab. Niemals! Der Motor schiebt das Rad weiter vorwärts und wirft den Fahrer möglicherweise um. Immer erst absteigen, wenn das Rad steht.

Bremsen am Berg

Fürs Bergab-Fahren gilt im übrigen: Intervall-Bremsen, nicht Dauerbremsen. Und zum Thema "Bremsbereitschaft": Stets zwei Finger an die Bremszüge legen. Grundsätzlich gilt: Die Bremsen vor der Fahrt kurz checken. Funktionierende Bremsen sind wegen des hohen Gewichts des E-Bikes ein entscheidender Sicherheitsfaktor!

Weitere Kurse im Ostalbkreis

Das Landratsamt des Ostalbkreises arbeitet bei der Durchführung der Aktion "radspaß - sicher e-biken" mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und dem Württembergischen Radsportverband zusammen. Bis August gibt es weitere Kurstermine in Schwäbisch Gmünd, Ellwangen, Lauchheim und Jagstzell.

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