Das zentrale Museum der donauschwäbischen Kultur als Baustelle  (Foto: SWR, Anita Schlesak)

Donaugeschichten als neue Attraktion im DZM

Donauschwäbisches Zentralmuseum in Ulm vor der Wiedereröffnung

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Das bundesweit einzigartige Museum über die Donauschwaben, das Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM), erfindet sich nach zwanzig Jahren neu. Es gibt eine neue Dauerausstellung.

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Künftig gibt es neben dem Rundgang zur Kultur und Geschichte der Donauschwaben auch einen zweiten Rundgang über die Donau selbst. In 22 Geschichten geht es um Fischfang, Schifffahrt und die "Ulmer Schachtel", aber auch um die Vertreibung der Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ungarn, dem damaligen Jugoslawien und Rumänien. In Videostationen erzählen Zeitzeuginnen und Zeugen von ihrem donauschwäbischen Schicksal und die Ankunft in der neuen Heimat.

Das zentrale Museum der donauschwäbischen Kultur als Baustelle  (Foto: SWR, Anita Schlesak)
Donauschwäbisches Zentralmuseum (DZM) Ulm erfindet sich neu Anita Schlesak

Die Donau schlägt ihre Wellen im Museum

Ein blaues Band mäandert durch die Gewölbe des Museums, zieht sich also flussartig durch den denkmalgeschützten Kasernenbau. Ein riesiger "Donausaurier" aus Holz erinnert am Eingang der neuen Schau an den urtümlichen Knochenfisch, den Stör, der bis zu acht Meter lang werden konnte und stark gefährdet ist. Natur und Kultur ergänzen sich anschaulich in dieser Darstellung des Donauraums.

Donaufan mit Ulmer Schachtel als Modell (Foto: SWR, Anita Schlesak)
Donaufan Werner Klassmüller hat ein originalgetreues Modell einer historischen Ulmer Zille gebaut Anita Schlesak

Modell einer Ulmer Zille in geduldiger Kleinarbeit nachgebaut

Mit Zillen, also mit Donauschiffen, sind die Auswanderer vor mehr als 300 Jahren zum Beispiel von Ulm aus flussabwärts gen Ungarn gezogen. Mit den neuen Flussgeschichten will Museumsdirektor Christian Glass ein breiteres und jüngeres Publikum ins DZM locken. Dazu wird gerade auch eine Mitmachstation eingerichtet: mit Puzzle und Wissensspielen über die zehn Donauländer.

Museumsdirektor mit Riesenpuzzle für Familienbesuche (Foto: DZM)
Direktor Christian Glass zeigt bei der Baustellenführung die neuen Mitmachstationen für Familien DZM

Museumsdirektor Glass: "Wir gehen aufs Publikum zu"

Der Umbau und die neue Dauerausstellung kosten rund 2,5 Millionen Euro, die von Bund, Land und der Stadt Ulm finanziert werden. Nach der fast anderthalb Jahre dauernden Schließung, die sich durch die Pandemie verlängert hat, wird das erneuerte Donauschwäbische Zentralmuseum am 30. April wieder eröffnet, eine offizielle Feier ist während des Internationalen Donaufests Ulm/Neu-Ulm im Juli geplant.