Franz Borner aus Allmendingen bietet seine Drehleiter an (Foto: SWR, Kristina Priebe)

Aus Hobby wurde Firma

So kommen ausgediente Drehleitern in Allmendingen wieder zum Einsatz

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Kristina Priebe
Kristina Priebe (Foto: SWR)
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Volker Wüst
Volker Wüst (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Franz Borner aus Allmendingen hat zuhause zwei ausgediente Feuerwehr-Drehleitern. Eigentlich waren sie als Oldtimer zum Herumschrauben gedacht. Doch jetzt kommen sie ständig zum Einsatz.

Beim Ulmer Hersteller Magirus hat Franz Borner fast 40 Jahre lang Drehleitern in die ganze Welt ausgeliefert. Auch in seinem Ruhestand lassen sie ihn einfach nicht los. Denn wo die Trittleiter nicht mehr reicht, kommt er mit der Drehleiter zum Einsatz.

"Herr Borner ist bei uns nicht der Herr Borner, sondern der Feuerwehr-Franz."

Beim Frühjahrsputz am Rathaus im Allmendinger Ortsteil Weilersteußlingen (Alb-Donau-Kreis) zum Beispiel. Borner lenkt den Korb an seinem ausgemusterten Feuerwehrauto, seine Frau Elisabeth übernimmt das Fensterputzen. Als Amtsbotin gehört das zum Job, ihr Mann gehört wiederum zum Straßenbild.

"Herr Borner ist bei uns nicht der Herr Borner, sondern der Feuerwehr-Franz", lacht Hans Schaude, der Ortsvorsteher von Weilersteußlingen. "Und wenn es irgendwas zum Heben gibt, oder in die Höhe geht, dann rufen wir den Franz an."

In seinen Garagen hat Franz Borner gleich zwei Feuerwehrautos. Fast 40 Jahre war er bei Iveco-Magirus in Ulm beschäftigt. Darüber hinaus war die Leidenschaft für die Fahrzeuge lange sein Hobby bei der Freiwilligen Feuerwehr. Schon immer wollte er deswegen selbst ein Fahrzeug haben - dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen.

Trotz Ruhestand ständig im Einsatz

Das eigene Fahrzeug hätte eigentlich pures Hobby sein sollen. Doch es kam anders: Nach diversen Anfragen, wie "Mir sollte man etwas am Kamin machen…" oder "Mir sollte man eine Dachplatte stecken…", gründete er schließlich eine Firma und ist trotz Ruhestand ständig im Einsatz.

Franz Borner aus Allmendingen bietet seine Drehleiter an (Foto: SWR, Kristina Priebe)
Für die Allmendinger ist Franz Borner nicht Herr Borner, sondern der "Feuerwehr-Franz". Kristina Priebe

Meistens kommt Borner auf Abruf. Seine Kunden sind oft Handwerker oder Kommunen, wenn zum Beispiel am Allmendinger Rathaus Glühbirnen hoch oben gewechselt werden müssen. In zehn Landkreisen war er mit seiner Drehleiter schon, und an manche Einsätze kann er sich besonders gut erinnern: "Einen Whirlpool hinter das Haus heben und dann herunterlassen, in den Balkon rein, das war extrem." Es gab sogar schon prominente Kundinnen - wie Anita und Alexandra Hofmann.

Einsatz mit der Drehleiter an Storchennest

Immer wieder stehen auch "tierische Einsätze" an - wie beim Storchennest in Volkersheim: Wenn bei der Kamera, die das Nest filmen soll, der Akku getauscht werden muss. Aber so praktisch die Drehleiter auch ist: Sie macht Franz Borner einfach Spaß. So wird das Feuerwehrauto nach der Arbeit dann doch wieder zum Hobby.   

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