Corona-Modellprojekt auf Ulmer Wilhelmsburg

Musical Dracula feiert Premiere vor 800 Zuschauern

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Endlich wieder Theater: Es war eine ganz besondere Premiere am Freitagabend auf der Wilhelmsburg in Ulm. 800 Besucher waren bei der ersten Open-Air-Aufführung von "Dracula" dabei.

Die Veranstaltung des Theaters Ulm galt als Corona-Modellprojekt, das wissenschaftlich von der Uniklinik Ulm begleitet wird. Die Hälfte der Zuschauerkapazität war erlaubt. Die Besucher mussten während der Vorstellung Masken tragen.

Das Musical "Dracula" feierte am Freitagabend Premiere auf der Ulmer Wilhelmsburg (Foto: Theater Ulm)
Das Musical "Dracula" feierte am Freitagabend Premiere auf der Ulmer Wilhelmsburg Theater Ulm

So standen am Freitagabend Sängerinnen und Sänger, Schauspielerinnen und Schauspieler nach monatelanger Pause zum ersten Mal wieder auf der Bühne. Es war eine stimmungsvolle Kulisse: Nebelschwaden wabern im Scheinwerferlicht, dahinter das echte Gemäuer der Ulmer Wilhelmsburg. Da wird dem Publikum schon früh klar: Dieser Graf hat eine dunkle Seite, die immer in der Dämmerung zum Vorschein kommt.

400 verschiedene Lichtstimmungen

Das Theater arbeitet mit verschiedenen Lichtern, Blitzen und Stroboskopeffekten. "Wir haben über 400 Lichtstimmungen", erklärt Intendant Kay Metzger, "oft 30 bis 40 Lichtstimmungen innerhalb eines Songs. Das ist technisch ganz schön kompliziert."

Ausgehungert schienen am Freitagabend nicht nur der Vampir und seine Komplizen. Auch das Publikum und die Künstler und Theaterverwaltung hatten Sehnsucht nach Live-Aufführungen. Verwaltungsdirektorin Angela Weißhardt merkte das deutlich: "Es ist unglaublich berührend, wieder Menschen zu sehen und zu erleben, wie sie mit großen Augen und Begeisterung diese unfassbar gute Premiere verfolgen."

Zuschauer waren diszipliniert

"Allein der Applaus hat schon wirklich berührt", sagte nach der Aufführung eine Zuschauerin. Viele lobten die Kulisse und die schauspielerische Leistung des Ulmer Ensembles, die das Musical des New Yorker Komponisten Frank Wildhorn auf die Bühne brachten. Positiv überrascht war auch Intendant Kay Metzger darüber, wie gut die Premiere des wissenschaftlich begleiteten Corona-Modellprojekts ablief. "Wir dürfen die Hälfte der Zuschauerkapazität besetzen, natürlich mit Hygienevorschriften. Und alle haben sich sehr diszipliniert verhalten."

Eine Woche nach der Vorstellung wird an die Zuschauerinnen und Zuschauer ein Fragebogen verschickt. In diesem geht es um medizinische Aspekte, aber auch darum, ob man sich sicher gefühlt hat. Der Intendant ist optimistisch, dass es auf der Wilhelmsburg keinen Infektionsherd gab. Schließlich waren alles Besucher getestet, geimpft oder genesen.

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SWR