Projekt "5G Rettungsbürger:in"

Wie 5G und Künstliche Intelligenz in Ulm helfen, Leben zu retten

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Torsten Blümke
Torsten Blümke (Foto: SWR)
Catharina Straß
Catharina Straß (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Wie können Menschen nach Unfällen mit Hilfe des 5G-Mobilfunknetzes oder Künstlicher Intelligenz schneller gerettet werden? In Ulm wurde das getestet. Jetzt gibt es erste Ergebnisse.

Bei Unfällen oder Katastrophen geht es oft um Sekunden, um Menschenleben zu retten. Wie können dabei das 5G-Mobilfunknetz, Künstliche Intelligenz oder Drohnen die Rettungskräfte unterstützen? In Ulm wurde dies drei Jahre lang getestet, in einem Projekt mit dem Namen "5G Rettungsbürger:in". Nun wurden erste Beispiele präsentiert.

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Im 5G-Netz können Daten schneller übertragen werden - das hilft auch beim Einsatz von Drohnen. So hat die Ulmer Rettungsleitstelle zu mehreren Notfällen schon eine Drohne vorausgeschickt, um erste Bilder zu liefern. Wie Marius Pawlak, der Koordinator des Projekts bei der Stadt Ulm, erklärt, kann die Drohne schneller als die Rettungskräfte am Unfallort sein. Sie liefert vor Ankunft der heranfahrenden Notärzten oder der Feuerwehr Informationen über den Einsatz. So könnten die Einsatzkräfte früher Entscheidungen treffen und vor Ort schneller und zielgerichteter helfen.

5G-Rettungsbürger in Ulm (Foto: SWR)
Sensoren können Einsatzkräften helfen, den Überblick über die Lage in der Stadt Ulm zu behalten. Die digitalen Helfer können über spezielle Detektoren Schadstoffe erkennen, per Laser Wasserstände messen oder mit Hilfe von Kameras Publikumsströme bei Großveranstaltungen beobachten. Das Ziel, Gefahren früh zu erkennen.

Sensoren und 5G übermitteln Daten über Menschenströme

Die Stadt Ulm hat mit mehreren Partnern und Firmen auch am Stadtfeiertag Schwörmontag neue Technologien im Rettungswesen getestet. Dabei hat man 5G-Mobilfunk und Sensoren in der Stadt eingesetzt, um Menschenströme zu messen. So konnten Rettungskräfte immer sehen, wo es gerade besonders eng zugeht.

5G-Rettungsbürger in Ulm (Foto: SWR)
In der Leitstelle Ulm hilft eine Übesetzungssoftware einen Anruf in einer Fremdsprache ins Deutsche zu übersetzen. Per Chat-Nachricht kann die Leitstelle antworten. Die getippte Nachricht wird übersetzt und von einer synthetischen Stimme wiedergegeben.

Übersetzungs-Software bei Notrufen

Es gibt auch eine Übersetzungs-Software, die einen Notruf in einer Fremdsprache automatisch schriftlich auf Deutsch wiedergibt. Per Chat-Nachricht kann die Leitstelle antworten. Die getippte Nachricht wird übersetzt und von einer synthetischen Stimme wiedergegeben. Die Software wurde ebenfalls erfolgreich in der Ulmer Leitstelle getestet.

Die Bilanz nach drei Jahren Testphase: Alle neuen Technologien haben funktioniert. "Wir können mit Techniken, die heute schon auf dem Markt sind, Rettungsketten verbessern", sagt Marius Pawlak. Nun sollen die Technologiefirmen im Raum Ulm ihre Computerprogramme, Drohnen, Übertragungstechniken und Sensoren weiter optimieren, so dass sie im Rettungswesen zum Standard werden können. Voraussetzung dafür ist jedoch auch der weitere Ausbau der Mobilfunk- und Glasfasernetze.

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