Deutsche Meisterschaft der Bäckerjugend

Ulmerin Susanna Rupp ist die beste Nachwuchsbäckerin Deutschlands

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Die gebürtige Ulmerin Susanna Rupp ist die beste Nachwuchsbäckerin Deutschlands. Wie die 23-Jährige das geschafft hat und wie sie sich ihre Zukunft vorstellt, erzählt sie im SWR-Interview.

Susanne Rupp hat die Auszeichnung Meisterschaft im Bäckerhandwerk erhalten  (Foto: Susanne Rupp)
Susanna Rupp konnte sich gegen zwölf andere Landessiegerinnen und -sieger durchsetzen. Susanne Rupp

Die Deutsche Meisterschaft der Bäckerjugend wurde wegen der Corona-Pandemie seit dem Frühjahr 2020 drei Mal verschoben. Susanna Rupp konnte sich am Montag bei dem Wettbewerb durchsetzen. Zuvor war die 23-Jährige die beste Nachwuchsbäckerin in Baden-Württemberg. Jetzt hat sie sich gegen zwölf andere Landessiegerinnen und -sieger durchgesetzt.

SWR: Gratulation, Frau Rupp. Mit welchen Broten und Brötchen haben Sie den Wettbewerb nun gewonnen?

Susanna Rupp: Es ging nicht nur um Brot und Brötchen. Natürlich habe ich auch ein Weizenmischbrot, Weizenkleingebäck und auch Party-Kleingebäck hergestellt. Aber vor allem auch mit Plunder, einem Schaustück und einer Torte konnte ich punkten und eben den Wettbewerb für mich entscheiden.

Was sind denn so Ihre Talente, die Sie jetzt zur Siegerin gemacht haben?

Ich denke mein Durchhaltevermögen - wenn drei Mal so ein Wettbewerb verschoben wird, sich drei Mal darauf vorzubereiten, drei Mal soviel Zeit zu investieren, zu üben und zu trainieren und auch den Drang zu haben, das eben zu perfektionieren. Das war natürlich hilfreich, um den Wettbewerb jetzt für mich zu entscheiden. Man hat in dem Wettbewerb fünf Stunden Vorbereitungszeit, in der man Dinge vorbereiten darf, aber noch nicht backen und fünf Stunden Wettbewerbszeit. Ich habe natürlich versucht, mich an diesen Zeitrahmen zu halten und das Programm, für das ich mich entschieden habe, in dieser Zeit zu bewältigen und zu schaffen.

Sie haben in einer kleinen Bäckerei bei Riedlingen (Kreis Biberach) - sogar mit Holzbackofen - gelernt. War das eine gute Vorbereitung für diesen Bundessieg?

Natürlich war die klassische handwerkliche Ausbildung in einem kleinen Betrieb eine gute Grundlage. Tatsächlich hat das Wettbewerbsbacken aber nichts mit dem täglichen Arbeitsalltag zu tun. Man muss sich schon nochmal individuell darauf vorbereiten.

Sie haben eine doppelte Ausbildung. In Neu-Ulm haben Sie zuvor Konditorin gelernt und sind inzwischen auch Meisterin geworden. Ist das alles auch ein Vorteil beim Brotbacken?

Natürlich. Die Ausbildungen sind sich ähnlich und es war für mich ein Vorteil, zwei Ausbildungen gemacht zu haben und diese Prüfungssituationen zu erleben.

Für viele junge Leute ist das Bäckereihandwerk nicht gerade ein Traumberuf: früh aufstehen, lange stehen. Was fasziniert Sie denn genau daran?

Ich finde, es ist ein wahnsinnig schönes Handwerk, weil man einfach jeden Tag etwas produziert, was man probieren, essen, riechen und fühlen kann. Man kriegt jeden Tag ein Feedback und sieht, was man produziert hat. Es ist ein Vorurteil, dass Bäcker und Konditoren immer früh aufstehen müssen. Es gibt immer mehr Betriebe, die auf Tagesarbeit umstellen. Durch Technologie und Digitalisierung ist es auch gut möglich. Um die Qualität zu erhöhen, wird viel mehr am Tag produziert und gar nicht mehr in der Nacht.

Es gibt aber immer häufiger Brot aus Fertigteig, hört man, können sich da handwerkliche Bäckerinnen wie Sie überhaupt noch behaupten?

Ja, auf jeden Fall. Haben Sie das schon mal probiert? Also ich möchte das nicht essen. Es gibt so gravierende Unterschiede bei Brot und da gehe ich natürlich gerne zum Handwerksbäcker.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor? Haben Sie einen Traum?

Wenn ich genug Berufserfahrung gesammelt habe, möchte ich mich gerne mit einer kleinen Bäckerei selbstständig machen.

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