Bei einer Demonstration in Illerkirchberg im Alb-Donau-Kreis anlässlich des tödlichen Messerangriffs am Montag haben sich am Vormittag rund 150 Menschen versammelt. Damit blieb die Zahl der Teilnehmenden hinter der Ankündigung zurück. Zu der Demonstration hatte die AfD aufgerufen. Einige Anwohner haben sich zu einer Gegendemo getroffen. (Foto: SWR, Peter Schmid)

Migrationspolitik und Umgang mit Geflüchteten

AfD-Kundgebung und Gegendemo in Illerkirchberg

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Carola Kührig
Carola Kührig (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Nach dem tödlichen Messerangriff in Illerkirchberg hat die AfD am Samstag auf dem Rathausplatz eine Kundgebung abgehalten. Anwohner kamen zu einer Gegendemo zusammen.

Nach dem Tod einer 14-jährigen Schülerin haben am Samstag in Illerkirchberg (Alb-Donau-Kreis) zwei Demos stattgefunden. Zu einer hatte die AfD aufgerufen, um gegen die Migrationspolitik zu protestieren. Bei der spontanen Gegendemo riefen Anwohnerinnen und Anwohner des Ortes zu Toleranz und Solidarität auf.

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Kritik an der Migrationspolitik

Nach Angaben des Landratsamtes sind am Samstag rund 120 Menschen dem Aufruf der AfD gefolgt. Die rechtspopulistische Partei hatte zuvor eine Demonstration mit rund 300 Beteiligten in Illerkirchberg angemeldet. Redner waren unter anderem der AfD- Co-Landesvorsitzende Emil Sänze und der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier. Die Teilnehmenden trugen Banner und Plakate, die sich gegen die Migrationspolitik richteten.

Aufruf zu Toleranz

Bei einer Gegendemonstration hielten Anwohnerinnen und Anwohner aus Illerkirchberg Schilder hoch, mit denen sie zu Frieden, Solidarität und Toleranz aufriefen. Für rechten Hass sei kein Platz, hieß es auf einem weiteren Transparent.

Anwohner aus Illerkirchberg: "Aus Emotionen entstanden Gerüchte und Hetze"

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Viele in Illerkirchberg kennen die betroffenen Familien und haben überlegt, wie man sie unterstützen kann. Es gebe einen großen Zusammenhalt in der Gemeinde, sagte ein anderer Mann. Die Aktion der AfD halte er für "Krokodilstränen, um ein paar Stimmen zu gewinnen", erklärte er dem SWR.

Er ist nach eigener Aussage selbst Vater einer 14-jährigen Tochter, die nur wenige Minuten vorher an der Bushaltestelle gewesen sei. Natürlich würden sich viele Gedanken um die Sicherheit ihrer Kinder machen. Er glaube jedoch, dass dieses Thema von den meisten verantwortlich diskutiert werde.

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Die Polizei war mit großem Aufgebot vor Ort. Zur Anzahl der Einsatzkräfte machte das Polizeipräsidium Ulm keine Angaben. Die Behörde hatte dem SWR zuvor bestätigt, mit einer "angemessenen Anzahl an Einsatzkräften" im Ort für Sicherheit zu sorgen.

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