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Daimler Buses hat in seinem Neu-Ulmer Werk einen Impfbus vorgestellt. In dem Bus der Marke Setra können künftig jeden Tag bis zu 400 Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden.

Die Impfungen kommen zu den Menschen, statt - wie bisher - die Menschen zu den Impfungen, das ist kurz gesagt die Idee, die hinter dem umgebauten Überlandbus steckt. Die Firma Huber Health Care aus Mühlhausen (Kreis Göppingen) will den Bus künftig auf Bestellung vor Seniorenheimen, Behinderteneinrichtungen oder Firmen einsetzen.

Mobiler Impfbus zur Corona-Impfung (Foto: SWR, Volker Wüst)
Im Bus gibt es vier Kabinen, in denen geimpft werden kann. Volker Wüst

Das Unternehmen betreibt schon jetzt im Auftrag von Landkreisen mehrere Impf- und Testzentren, unter anderem im Kreis Neu-Ulm und in Ehingen (Alb-Donau-Kreis). Das Wissen aus den Impfzentren habe man "auf den Bus übertragen, mit beengten Platzverhältnissen", beschreibt Thomas Görtler von der Firma Huber Health Care die Herausforderung. Außerdem: Im Vergleich zu den Impfzentren könnten in dem Bus weder lange Beratungsgespräche noch die Ruhezeit nach dem Impfen stattfinden.

"Das Ziel war, die Impfung zum Impfling zu bringen."

Thomas Görtler, Huber Health Care

Im Bus gibt es unter anderem vier Impfkabinen, Platz für eine kurze Einweisung und einen Kühlschrank für die Impfstoffe. Im hinteren Teil des zwölf Meter langen Fahrzeugs befindet sich ein Labor im Miniaturformat, in dem Fachkräfte die Spritzen vorbereiten können. Anmeldung und Einweisung erfolgten digital, auch die Daten rund um die Impfung selbst würden digital erfasst. Das spare Zeit, Platz und Papier - diese Dinge hätten bei der Planung des Busses im Mittelpunkt gestanden.

Mobiler Impfbus zur Corona-Impfung (Foto: SWR, Volker Wüst)
Der Impfbus wurde in Neu-Ulm von Thomas Görtler, Huber Group (li.) und Jens Heinemann, Evobus, vorgestellt. Volker Wüst

Spezialfilter soll Viren aus der Luft filtern

Zum Schutz der Patientinnen und Patienten sowie des Personals ist in dem Fahrzeug außer Desinfektionsmittelspendern und Plexiglasscheiben ein neuartiger Spezialfilter eingebaut. Er filtert nach Angaben der Daimler-Tochter Evobus mit seinen mehrlagigen Lamellen 99 Prozent der Aerosole aus der Luft.

"Der Bauraum im Bus ist begrenzt, deswegen haben wir uns sehr bemüht, Abläufe, Materialfluss, Handgriffe und Ergonomie sehr genau zu durchdenken."

Daniel Bachmann, Evobus

Die Innenausstattung sei eigens von Schreinern entwickelt worden, erklärt Daniel Bachmann von Evobus. Die größte Herausforderung sei aber der Betrieb der Klimaanlage gewesen, da das Fahrzeug "mehr steht als fährt". Dementsprechend habe man die Klimaanlage auf Standbetrieb umrüsten müssen, damit die Luft kontinuierlich ausgetauscht werden könne, so Bachmann. Dazu müsse der Bus mit Strom betrieben werden, weil der Motor nicht die ganze Zeit laufen könne.

Der Bus soll in den kommenden Wochen seinen Betrieb aufnehmen. Die Nachfrage sei da, sagt Thomas Görtler. Vor allem Firmen hätten derzeit Interesse, ihre Belegschaft direkt im Betrieb impfen zu lassen.

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