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Homeoffice hat Licht- und Schattenseiten. Man spart sich die Fahrt zur Arbeit, aber oft liegen die Nerven blank. Die Wohnung war ja ursprünglich nicht als Bürogemeinschaft angelegt. Das hat Folgen für den Immobilienmarkt.

Die Frage nach dem Extrazimmer, die hört der Ulmer Immobilienmakler Romano Pieri während seiner Wohnungsbesichtigungen zur Zeit ständig. Das Arbeitszimmer gewinne an Bedeutung.

Kräne zwischen Neubauten (Foto: SWR, Torsten Blümke)
Im neuen Stadtquartier Sedelhöfe in Ulm sind mehr als 100 neue Wohnungen entstanden Torsten Blümke

So sei die Nachfrage nach Vier-Zimmer-Wohnungen extrem gestiegen. In Ulm liegen die Mietpreise dafür aber oft bei mindestens 1.300 Euro kalt. Nicht zuletzt um solch hohe Mieten zu finanzieren, werden in diesen Zeiten Zweitwohnungen immer häufiger gekündigt.

Balkon und Garten immer wichtiger

Auch der Ulmer Immobilienmakler Daniel Kneißle bestätigt die gestiegene Nachfrage nach dem Extrazimmer. Und noch einen Trend gibt es in den vergangenen zwölf Corona-Monaten: Viele Kunden verlangen einen Balkon oder Garten.

"Dieses 'Ich-mache-es-mir-gemütlich' in den eigenen vier Wänden gewinnt immer mehr an Bedeutung."

Daniel Kneißle, Sparkasse Ulm

Schließlich wurden im ersten Lockdown diejenigen beneidet, die von Balkon oder Terrasse aus arbeiten oder im Garten ihre Kinder toben lassen konnten. Beide Immobilienmakler stellen aber auch fest: Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Mietern und Kaufinteressenten.

Investition in "Steingold"

Die Zeiten sind nicht stabiler geworden. Die Unsicherheit bei Geldanlagen veranlasst viele - gerade im Ländle - in "Steingold" zu investieren, beobachtet Romano Pieri. So sei der Run auf die eigene Immobilie trotz Corona ungebremst.

Wohnraum auch auf dem Land sehr gefragt

Ähnlich gefragt und mittlerweile nur wenig günstiger: Wohnraum auf dem Land. Das liegt zum einen daran, dass man dank verbesserter Digitaltechnik nicht mehr unbedingt in die Stadt zum Arbeiten muss. Zum anderen aber ist das Immobilienangebot in der Stadt schlicht zu knapp.

Mieter tendieren zum "Ausharren"

"Ausharren" würden dagegen viele Mieter, sagt Makler Daniel Kneißle. Der Wunsch nach einem Wechsel werde derzeit eher hintangestellt. Da schwinge die derzeitige Unsicherheit mit, viele müssten mit Kurzarbeit und Lohneinbußen klarkommen.

Romano Pieri hingegen macht sich um "seinen" Job keine Sorgen.

"Wir sind keine Verlierer der Pandemie. Wir haben pro Objekt 150 bis 200 Bewerber."

Romano Pieri
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