STAND

Das einstige Kloster Gotteszell in Schwäbisch Gmünd ist die einzige Justizvollzugsanstalt des Landes für Frauen. Doch das Corona-Virus macht auch vor Gefängnismauern nicht Halt: Sechs Infizierte meldet die JVA.

Im Frauengefängnis Gotteszell in Schwäbisch Gmünd sind sechs Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein Interview mit der Gefängnisleiterin Sibylle von Schneider.

SWR: Wie ist die aktuelle Situation derzeit bei Ihnen?

Sibylle von Schneider: Wir haben aktuell sechs erkrankte Mitarbeiterinnen. Und acht weitere Bedienstete sind in Quarantäne. Eine ist davon noch im Homeoffice tätig. Alle anderen sind erkrankt. Allerdings Gott sei Dank nicht krankenhauspflichtig.

In welchem Bereich arbeiten die Erkrankten normalerweise?

Es sind zwei Bereiche: Der eine ist unsere Vollzugsdienst-Leitung. Das ist sozusagen der Kopf des uniformierten Dienstes. Und dann eine Bedienstete in unserer Effekten-Verwaltung, also dort, wo die Gefangenen eigentlich immer durchlaufen, wenn sie in die Anstalt kommen, wenn sie aus der Anstalt gehen, wenn Kleidertausch ist.

Gebäude der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd (Foto: Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd)
Die Justizvollzugsanstalt Gotteszell in Schwäbisch Gmünd (Archivbild) Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd

Und da ist eben unser großes Problem am Wochenende gewesen, weil diese Kollegin mit sehr viele Gefangenen und Bediensteten Kontakte hatte.

Unter den Gefangenen gibt es keine Ansteckungen?

Das kann man natürlich jetzt noch nicht sagen. Die Kontakte waren in der vergangenen Woche. Aber unsere Ärztin hat am Sonntag und Montag knapp 60 Gefangene abgestrichen, einen PCR-Test durchgeführt. Und bis jetzt haben wir keine positiven Ergebnisse. Bis jetzt sind alle Ergebnisse negativ. Wir hoffen, dass es so bleibt.


Ja, und wir mussten jetzt am Wochenende tatsächlich noch einmal runterfahren. Das heißt, wir haben alle Arbeitsbetriebe im Moment geschlossen, mit Ausnahme der Arbeitsbetriebe, die einfach laufen müssen - die Küche, Waschküche und Hausreinigung.

Wie testen Sie denn das Personal und auch die Gefangenen?


Es fährt ein Lkw durch die Lande von Vollzugsanstalt zur Vollzugsanstalt und nimmt dort bei Bediensteten, die sich freiwillig melden, Proben ab. Nicht im Akutfall, sondern bei rein vorsorglichen Maßnahmen. Und in den beiden Fällen, die wir jetzt hatten, war das ein solches Truck-Ergebnis. Die Kollegen hatten noch gar nicht gespürt, dass es ihnen schlecht geht. Aber sie hatten positive Ergebnisse beim PCR-Test, der durch diesen Truck festgestellt wurde.

STAND
AUTOR/IN