Kriegerischer Russland-Ukraine-Konflikt

Schwer verletzte Soldaten aus der Ukraine werden in Ulm behandelt

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Das Bundeswehrkrankenhaus (BWK) Ulm behandelt seit dem späten Dienstagabend eine Soldatin und sechs Soldaten aus der Ukraine. Sie wurden mit schweren Kriegsverletzungen nach Ulm gebracht.

Die Schwerverletzten waren mit einem intensivmedizinisch ausgerüsteten Airbus der Luftwaffe von Kiew über Berlin nach Memmingen geflogen worden. Ein Konvoi der Bundeswehr aus zehn Fahrzeugen brachte die Schwerverletzten von dort aus ans BWK nach Ulm.

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Bereits während des Transports schützten sich die medizinischen Kräfte nach Angaben des leitenden BWK-Oberarztes Jochen Lührs mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche Infektionen.

"Dabei geht es nicht nur um Covid-19, sondern auch um Infektionskrankheiten mit multiresistenten Keimen."

Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass Patienten aus solchen Regionen immer "schwierige Keime" mitbrächten. Deshalb seien die schwer verletzten Soldaten zunächst auch auf einer Isolierstation untergebracht. Dies werde sicher auch noch bei der Weiterversorgung problematisch werden, "weil wir diese Patienten speziell behandeln müssen", so Lührs. Die Explosions- und Schussverletzungen seien sehr komplex, die Patienten werden voraussichtlich mehrere Monate in Behandlung sein müssen.

Ein Rettungswagen vor einem Krankenhauseingang, in den zwei Rettungskräfte eine Trage mit einem Verletzten schieben (Foto: SWR, Frank Wiesner)
Kriegsversehrte Soldaten aus der Ukraine trafen am späten Dienstagabend am Bundeswehrkrankenhaus Ulm ein. Frank Wiesner

Soldaten bei Kämpfen in der Ost-Ukraine verletzt

Ein Ärzteteam der Bundeswehr hatte in der Ukraine die schwer Verletzten ausgewählt, die in deutschen Bundeswehrkrankenhäusern sinnvoll medizinisch weiterbehandelt werden können. Seit mehreren Jahren leistet Deutschland medizinische Hilfe für verletzte ukrainische Soldaten. Bereits im vergangenen Jahr wurden Kriegsversehrte am BWK Ulm behandelt. Die Soldaten waren in der Ost-Ukraine verletzt worden. Dort kämpfen Regierungseinheiten seit 2014 gegen von Moskau unterstützte Separatisten.

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