26-jährige gewinnt mit deutlichem Wahlergebnis

Anna-Lisa Bohn wird Bürgermeisterin in Ellenberg: Das sind ihre Ziele

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Die bisherige Hauptamtsleiterin Anna-Lisa Bohn wird neue Bürgermeisterin von Ellenberg bei Ellwangen. In der 1.700-Einwohner-Gemeinde will die 26-Jährige einiges erreichen.

Ellenberg hat am Sonntag mit großer Mehrheit Anna-Lisa Bohn (parteilos) zur Bürgermeisterin gewählt. Bohn ist 26 Jahre jung. Die bisherige Hauptamtsleiterin erhielt 81 Prozent der abgegebenen Stimmen. Mit so einem eindeutigen Ergebnis hatte auch Bohn selbst nicht gerechnet.

Ein Mann übergibt einen großen Blumenstrauß an eine junge Frau: Anna-Lisa Bohn wird neue Bürgermeisterin von Ellenberg (Foto: Privat)
Anna-Lisa Bohn mit dem aktuellen Amtsinhaber Rainer Knecht: Die 26-Jährige konnte mehr als 80 Prozent der Stimmen gewinnen. Privat

"Im ersten Moment war es unfassbar. Das hatte ich mir im Vorfeld gar nicht ausmalen können."

Bohn wohnt selbst nicht in Ellenberg, sondern ist in Frankenhardt (Kreis Schwäbisch Hall) zu Hause. Im vergangenen Jahr hat sie angefangen, als Hauptamtsleiterin in der Gemeinde im Ostalbkreis zu arbeiten. "Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Die ländlichen Strukturen und der Zusammenhalt - das ist das, womit ich mich auch identifizieren kann", sagte sie im SWR-Gespräch. Sie könne jedem jungen Menschen nur dazu raten, in die Kommunalpolitik zu gehen. "Man kann so viel gestalten, so viel Einfluss nehmen."

In den vergangenen Wochen sei sie offensiv auf die Bürgerinnen und Bürger zugegangen und habe die Gemeinde immer besser kennengelernt. Der rund 1.700-Seelen-Ort befindet sich laut Bohn in einer guten Ausgangslage. "Der Zusammenhalt ist groß und das Interesse für die Gemeinde ist da."

Eine junge Frau steht auf einem Feld bei Ellenberg im Ostalbkreis: Bürgermeisterin Anna-Lisa Bohn (Foto: privat)
Anna-Lisa Bohn freut sich auf ihren neuen Posten in Ellenberg. privat

Was die neue Bürgermeisterin von Ellenberg erreichen will

Es müssten jedoch einige Projekte in Angriff genommen werden. Sie wolle etwa zügig den neuen Kindergarten in Ellenberg fertig bauen lassen, auch eine neue Ortsmitte stehe auf ihrer Agenda. "Damit einfach das Leben in Ellenberg auch stattfinden kann", sagte die 26-Jährige. Sie will die Leerstände vor Ort reduzieren sowie Ehrenamt und Vereine mehr unterstützen und wertschätzen. Außerdem soll es einen Rathausneubau geben.

"Es ist eine Herausforderung, aber eine, die man gerne annimmt."

Sie habe mit dem aktuellen Amtsinhaber Rainer Knecht (parteilos) eng zusammenarbeiten dürfen und dadurch die Vielfalt am Bürgermeisterposten kennengelernt. Als Knecht dann vorzeitig sein Amt abgeben wollte, sei ihr das erste Mal der Gedanke gekommen, sich selbst um das Amt zu bewerben. "Da habe ich mir gesagt: wenn Bürgermeisterin, dann in Ellenberg. In einer anderen Gemeinde kann ich mir das nicht vorstellen", so Bohn. In den vergangenen Wochen seien schon viele Bürgerinnen und Bürger mit Wünschen und Hoffnungen auf sie zugekommen - zum Beispiel wünschen sich viele eine Gaststätte - einen Ort, wo sich alle Einwohnerinnen und Einwohner treffen könnten.

Hohe Wahlbeteiligung in Ellenberg

Neben Bohn war auch Helmut Sienz (parteilos), 27 Jahre jung, angetreten. Der Gegenkandidat kam am Sonntag auf knapp 19 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung in Ellenberg lag bei 72 Prozent.

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