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Der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler (SPD) appelliert mit vielen seiner Kollegen in einem Schreiben an Ministerpräsident Kretschmann, die geplanten Corona-Maßnahmen noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Man sei irritiert, dass der erneute Lockdown gerade die Kulturschaffenden und die Gastronomie treffe. Diese Bereiche hätten in den harten Wochen von März an sehr gelitten und die Hygienekonzepte dann gut umgesetzt, so Rentschler gegenüber dem SWR.

Sicher gebe es in den verschiedenen Bereichen schwarze Schafe, die man besser kontrollieren müsse. Aber mit den neuen Maßnahmen treffe man die Falschen und das sei völlig unverständlich.

Auch Gmünder Oberbürgermeister Arnold gehört zu den Unterzeichnern

Die insgesamt 35 Oberbürgermeister und Bürgermeister in Baden-Württemberg befürchten, dass durch die Schließung von Gastronomie und Kultur irreparable Schäden entstehen, die auch mit Ausgleichszahlungen nicht wieder gut zu machen seien. Zu den Unterzeichnern zählt auch der Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU). Dem SWR sagte Arnold, die beschlossenen Maßnahmen hätten ihn "schockiert". Der geplante Lockdown werde zu einer Situation in der Stadt führen, die sich alle nicht wünschen könnten. Auch der Oberbürgermeister von Biberach, Norbert Zeidler (parteilos) hat den Brief an Kretschmann unterschrieben.

Ein Mann in Anzug und blauer Krawatte schaut mit gefalteten Händen in die Kamera und lächelt (Foto: Pressestelle, Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd)
Der Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold, kritisiert den erneuten Lockdown Pressestelle Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd

Kunst, Kultur und Gastronomie machten das Leben in den Städten wesentlich aus, heißt es in dem Schreiben an Kretschmann. Diese Bereiche erneut "einfach abzuschalten", gefährde auf Dauer "Bürgersinn, Zusammenhalt und Lebensgeist der Stadtgesellschaften", so die Unterzeichner. Und damit auch das gemeinsame Ziel des Schutzes vor der Corona-Pandemie.

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