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14 Organisationen aus Ulm stellen sich gegen die "Querdenker" im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Sie rufen zu einer solidarischen Stadtgesellschaft auf.

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Die Erklärung ist von Gruppen zumeist junger Leute unterzeichnet worden, so zum Beispiel vom Jugendbündnis gegen Rassismus oder vom Stadtjugendring und der Grünen Jugend Ulm. Der 27-jährige Initiator Sven Fauth engagiert sich selbst für die Jugendorganisation der SPD, die Jungsozialisten (Jusos) in Ulm. Er habe Verständnis, dass Menschen gegen verschiedene Maßnahmen demonstrierten, aber "es gibt nicht nur die berechtigte Kritik, sondern auch Verschwörungstheorien, faktenleugnerische Aussagen und dieses Problem haben wir gesehen und wollten nicht untätig bleiben".

Mit dabei ist auch der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Alb-Donau/Ulm und der GEW-Bezirk Südwürttemberg.

Eine Einwegmaske liegt zwischen Herbstblättern am Boden (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
"Haltet Abstand, tragt Masken und achtet aufeinander", so lautet das Schlusswort der Erklärung. (Symbolbild) Picture Alliance


"Einfachste Umgangsregeln wie Masken tragen und Abstand halten zu ignorieren sind kein Ausdruck von Freiheitsliebe, sondern von Unverantwortlichkeit und Egoismus."

Statement "Solidarisch durch die Krise"

Querdenker*innen würden wissenschaftliche Fakten leugnen, ihre eigene und die Gesundheit anderer gefährden sowie den Tod Vieler billigend in Kauf nehmen, heißt es in dem Text. Er wurde am Wochenende auf Facebook veröffentlicht.

Posted by Kollektiv.26 - Autonome Gruppe Ulm on Saturday, November 14, 2020

Gegen "Querdenker" und Corona-Leugner vorzugehen, das sei momentan gar nicht so einfach, sagt Fauth: "Normalerweise würde man sagen, man macht eine große Demonstration gegen diese "Querdenker", aber das ist nicht sinnvoll. Wenn wir jetzt eine Demo machen, widersprechen wir genau dem, was wir eigentlich aussagen wollen." Man wolle nicht zu viele Menschen auf engstem Raum zusammenbringen.

Kritik an Vergleichen zum Nationalsozialismus

Darüber hinaus kritisieren die Unterzeichner die Vergleiche der aktuellen Situation mit dem Nationalsozialismus und den Geschwistern Scholl. Zitiert werden unter anderem der Beauftragte gegen Antisemitismus des Landes Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume, und die Leiterin des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg, Dr. Nicola Wenge.

Die Unterzeichner rufen dazu auf, Abstand zu halten, Masken zu tragen und aufeinander zu achten.

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