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Nach der Ankündigung von Bosch AS, am Standort Schwäbisch Gmünd rund 1.900 Stellen abzubauen, will die Stadt neue Perspektiven schaffen. Gmünd soll zum Innovationsstandort werden, sagte OB Arnold am Freitag.

Der Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold will die Region zum Innovations- und Forschungsstandort machen und so neue Arbeitsplätze schaffen. Hintergrund ist die Ankündigung von Bosch AS, rund 1.900 Stellen in der Stadt abzubauen.

Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschulen

Arnold sagte im SWR, man müsse jetzt versuchen, Forschung und innovative Produkte an den Standort zu bekommen. Das könne nicht nur neue Arbeitsplätze schaffen, sondern auch eine Signalwirkung auf andere Betriebe haben. Voraussetzung dafür sei eine engere Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und den Hochschulen der Region. Deren Innovationen könnten so zu neuen, in Schwäbisch Gmünd hergestellten Produkten führen.

Bosch AS und Arbeitnehmervertreter hatten am Donnerstag mitgeteilt, wie die Zukunft des Automobilzulieferers Bosch Automotive Steering am Standort Schwäbisch Gmünd aussehen soll. Demnach werden rund 1.900 Stellen abgebaut. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber bis Ende 2026 nicht geben.

Viele Beschäftigte hatten bis zuletzt auf eine eine längere Zusage als bis zum Jahr 2026 gehofft. Das wurde in einer SWR-Umfrage unter Mitarbeitern am Freitag deutlich. Andere Beschäftigte zeigten sich zufrieden darüber, dass es nun eine Einigung gebe und der Standort bestehen bleibe, auch mit der Produktion in Schwäbisch Gmünd.

Weiterer Stellenabbau bei Bosch in Schwäbisch Gmünd geplant (Foto: SWR, SWR)
Bosch AS in Schwäbisch Gmünd will weitere Stellen streichen (Archivbild). SWR

Millionen-Investitionen geplant

Wie der Konzern mitteilt, will er mehr als 350 Millionen Euro in den nächsten sechs Jahren in den Standort investieren. Neue Fertigungsverfahren sollen entwickelt werden, aber auch neue Produkte wie elektronische Lenkungen ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkung und Rädern. Sie sollen in Schwäbisch Gmünd serienreif gemacht und gebaut werden. Dem Verhandlungsergebnis mit einem Eckpunktepapier waren wochenlange Verhandlungen zwischen der Führung von Bosch und der Arbeitnehmerseite voraus gegangen.

Beide Seiten zufrieden

Damit werde deutlich, dass sich der Konzern zum Standort und zum Produktionswerk in Schwäbisch Gmünd bekenne, sagte Stefan Grosch, Mitglied der Geschäftsführung. Betriebsratschef Alessandro Lieb sprach von einer nachhaltigen Perspektive. "Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen ist von größter Bedeutung für unsere Beschäftigten. Er gibt ihnen Sicherheit für die Zukunft", so Lieb.

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