Nach dem Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern

Böllerverbot trifft Branche der Pyrotechniker

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Wieder ein Silvester ohne Feuerwerk: Das Böllerverbot von Bund und Ländern trifft die Pyrotechniker unterschiedlich hart. Zwei Beispiele.

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Manuel Grüninger ist Inhaber der Firma "Equinox Pyrotechnik" in Schwäbisch Gmünd. In normalen Zeiten verkauft er Silvesterfeuerwerk an Privatpersonen. Das Böllerverbot habe sich angedeutet, trotzdem war die neue Verordnung für ihn ein Schock.

"Es zieht einem massiv den Boden unter den Füßen weg."

Der Pyrotechniker Manuel Grüninger hat sich ein zweites Standbein mit einer Eventhalle aufgebaut (Foto: SWR, Kristina Priebe)
Der Pyrotechniker Manuel Grüninger hat sich ein zweites Standbein mit einer Eventhalle aufgebaut Kristina Priebe

Schon im vergangenen Jahr musste die Branche ein Böllerverbot wegstecken. Wirtschaftshilfen waren angekündigt, so Grüninger. Aber die seien bis heute nicht geleistet worden. Auch dieses Jahr wisse niemand, ob, wann und wieviel an Hilfen gezahlt werden.

Grüninger empfinde derzeit eine große Leere, sagt er. Er wisse nicht, wie es beruflich weitergeht, er wisse nicht, wie er privat weitermachen soll. Schließlich hat man die Familie zu ernähren.

"Die Kosten laufen ja weiter. Das ist nett ausgedrückt ein Schlag ins Gesicht."

Gastronomie als zweites Standbein

Im August hat Grüninger eine "Eventhalle" mit Bar eröffnet, um sich ein zweites Standbein aufzubauen. Aber auch der Gastrobetrieb ist in Zeiten der Pandemie eine wackelige Angelegenheit. Bars und Clubs sind geschlossen. Von daher treffe es ihn derzeit doppelt.

Veranstalter von Großfeuerwerken kommt besser davon

Pyrotechniker Felix Antoniuk ist Inhaber von "Hellstone Fireworks" in Heidenheim (Foto: SWR, Kristina Priebe)
Pyrotechniker Felix Antoniuk ist Inhaber von "Hellstone Fireworks" in Heidenheim. Er macht den Pyotechnikbetrieb nebenberuflich Kristina Priebe

Felix Antoniuk, Inhaber der Firma "Hellstone Fireworks", trifft es dagegen vergleichsweise glimpflich. Denn er macht den Pyrotechnikbetrieb nebenberuflich. Zudem kümmert er sich hauptsächlich um Großfeuerwerke. Er hat im vergangenen Jahr schon ein Konzept ausgearbeitet für ein zentrales Feuerwerk in Heidenheim. Musik dazu sollte über einen regionalen Radiosender verbreitet werden. Aber auch dieses Jahr steht das Konzept auf der Kippe. Antoniuk will die finale Fassung der Corona-Verordnung abwarten. Aber er hat alle Vorbereitungen gestoppt.

"Finanziell wäre es - gelinde gesagt - ein absolutes Desaster."

Auch wenn Antoniuk hauptsächlich Großfeuerwerke versorgt, bedeutet das nicht, dass die Corona-Pandemie an ihm spurlos vorüberzieht. Auch bei ihm stapeln sich Kisten mit Feuerwerk für Hochzeiten, Geburtstage und andere Events, die nie stattgefunden haben.

Risiko durch illegale Feuerwerkskörper

Antoniuk kritisiert das Böllerverbot auch wegen eines weiteren Grundes: Er befürchtet, dass in diesem Jahr die Menschen sich im Ausland mit Böllern eindecken werden. Damit steige die Gefahr, dass auch nicht geprüftes Material gekauft werde. Und das sei heikel, weil die Menschen weder "die Brisanz" solcher Feuerwerkskörper einschätzen, noch mit ihnen umgehen könnten, so Antoniuk.

Dem stimmt auch sein Schwäbisch Gmünder Kollege Manuel Grüninger zu: Nicht zugelassene Böller steigerten das Risiko, dass Menschen schwer verletzt auf den Intensivstationen landen, so Grüninger.

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