Höhlenforschertreffen am Wochenende in Giengen

Die Suche nach Verbindungen: Wird das Blauhöhlensystem das längste Deutschlands?

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Kristina Priebe
Kristina Priebe (Foto: SWR)
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Volker Wüst
Volker Wüst (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Tief unter der Schwäbischen Alb verbirgt sich das Blauhöhlensystem. Es ist das derzeit zweitlängste in Deutschland. Noch, denn es könnte bald zum größten werden.

Höhlenforscher Andreas Kücha erklärt es so: "Wenn man einen Stein bewegt, dann kann es sein, es öffnet sich was". Er meint damit eine Verbindung, der die Forscher auf der Spur sind. Denn zwei weitere Höhlen in der Umgebung hängen mit dem Blauhöhlensystem bei Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) zusammen. Die große Herausforderung ist nun, die Verbindungswege zu finden oder genauer: sie auch freizulegen.

Andreas Kücha bereitet sich in Blaubeuren auf einen Tauchgang vor. Kücha erforscht die Blauhöhle. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Stefan Puchner)
Andreas Kücha bereitet sich in Blaubeuren auf einen Tauchgang vor. Kücha erforscht die Blauhöhle. (Archivbild) picture alliance / dpa | Stefan Puchner

"Wenn man einen Stein bewegt, dann kann es sein, es öffnet sich was. Das ist die Spannung."

Die größte Höhle ist die Blautopfhöhle, weiter nördlich gibt es die Hessenhauhöhle, im Westen befindet sich der Steebschacht. In jeder der drei Höhlen forscht ein eigener Verein. Die ARGE Blaukarst, die ARGE Blautopf und der Höhlenverein Blaubeuren. Am Wochenende präsentieren sie in Giengen (Landkreis Heidenheim) ihre Forschungsergebnisse zum ersten Mal gemeinsam.

Verbindungen im Blauhöhlensystem gibt es - nur wo?

Die Suche nach den Verbindungen sei "ein bisschen wie Gold suchen", sagt Kücha und beschreibt damit auch den Reiz der Höhlenforschung. In der Blautopfhöhle sucht er seit 14 Jahren eine Verbindung zum Steebschacht. Ein Kilometer Luftlinie trennt ihn davon. Manchmal frustrierend, aber die Neugier treibt ihn.

Dass die Höhlen miteinander zusammenhängen, weiß auch Uwe Krüger. Das wurde "wissenschaftlich bewiesen, nachgewiesen durch Färbversuche", erklärt der Vorsitzende des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg. Schon seit den Sechzigerjahren gebe es diese Versuche.

Vereinfacht gesagt kippt man Farbe in das Wasser in eine der Höhlen. Kann man diese Farbe dann in einer anderen Höhle feststellen, ist klar: Da muss es eine Verbindung geben. Oder wie Krüger sagt: "Das weiß man eigentlich, wie das Wasser fließt."

Blauhöhlensystem könnte das größte Höhlensystem in Deutschland werden

Das würde das Blauhöhlensystem mit mehr als 20 Kilometern Länge zum größten Höhlensystem Deutschlands machen und die Riesending-Schachthöhle in den Berchtesgadener Alpen ablösen, die durch die spektakuläre Rettungsaktion des Forschers Johann Westhauser im Jahr 2014 weltweit in die Schlagzeilen kam.

Bisher ist zwischen den einzelnen Höhlen auf der Schwäbischen Alb aber kein Durchkommen, außer für Luft und Wasser. Im Blauhöhlensystem geht es weiter, da sind sich die Forscher sicher. Die Verbindungen werden sie finden. Ob in zwei oder 20 Jahren - es ist eine Frage der Zeit.