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Neben Büchern, CDs oder DVDs verleiht die Ulmer Stadtbibliothek jetzt auch Dinge wie Aktenvernichter, Rucksäcke oder Sackkarren. Das Konzept nennt sich Bibliothek der Dinge.

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Eine Kabeltrommel, ein Federballspiel, Frisbees oder eine Sofortbildkamera - alles Gegenstände, die man eher selten braucht und die Nutzer der Bücherei jetzt ausleihen können. Das Leihen und Teilen von Dingen war schon immer das Konzept der Stadtbibliothek Ulm, sagt deren Leiter Martin Szlatki. Und das seien nicht nur Dinge im Sinne von Bildungs- und Kulturarbeit, sondern auch im Sinne von sinnvoller Freizeitgestaltung.

Im Regal im Erdgeschoss der Ulmer Stadtbibliothek liegen Sportgeräte wie ein Hula-Hoop-Reifen mit Gewichten und Tischtennisschlägern neben Musikinstrumenten wie Ukulelen und Glockenspielen. "Uns war ganz wichtig", sagt Projektleiterin Maike Körber, "dass man die Dinge frei im Regal angucken kann und dann wie mit den Büchern auch zur Ausleihe geht".

Backformen aus Hygienegründen nicht im Programm

Einen Dörrautomaten oder Backformen hat die Stadtbibliothek Ulm aus hygienischen Gründen nicht ins Programm genommen. Für Notenständer und Bollerwagen gilt das allgemeine Corona-Hygienekonzept der Stadtbibliothek. Sie sind nach der Rückgabe einen Tag lang nicht verfügbar. Alle Gegenstände wurden übrigens neu angeschafft, für insgesamt 2.700 Euro. Und zwar ganz bewusst bei Händlern vor Ort und nicht im Onlinehandel, betont Körber.

Stadtbibliothek Ulm (Foto: Imago, imago images/Danita Delimont)
Das Leihen und Teilen von Dingen war schon immer das Konzept der Stadtbibliothek Ulm, sagt deren Leiter Martin Szlatki. (Archivbild) Imago imago images/Danita Delimont

Hinter dem Konzept steckt der Nachhaltigkeitsgedanke. Die Lebensdauer von Gegenständen soll maximal ausgenutzt werden. Die Macher wollen mit der Bibliothek der Dinge Jugendliche ansprechen, die nicht mehr alles besitzen wollen. Und Menschen, die nicht soviel Platz daheim haben.

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