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Die geplante Impfstoffproduktion bei einem Illertisser Pharmaunternehmen (Kreis Neu-Ulm) könnte sich verzögern. Laut Landratsamt gibt es auf dem Gelände der Firma R-Pharm einen Baustopp.

Das Unternehmen habe die Bauarbeiten freiwillig gestoppt, teilte das Landratsamt des Kreises Neu-Ulm auf SWR-Anfrage mit: "Der Bau ruht aktuell, um eine rechtskonforme Vorgehensweise sicherzustellen". Offenbar hatte R-Pharm keine Genehmigung für den Bau der Anlage, mit der eigentlich ab Sommer der Impfstoff Sputnik V hergestellt werden soll. Nach SWR-Informationen bereitet sich die Firma in Illertissen auch auf die Herstellung des Astrazeneca-Vakzins vor.

R-Pharm habe die Bauarbeiten auf dem Firmengelände freiwillig gestoppt, teilte das Landratsamt des Kreises Neu-Ulm mit. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Stefan Puchner)
R-Pharm habe die Bauarbeiten auf dem Firmengelände freiwillig gestoppt, teilte das Landratsamt des Kreises Neu-Ulm mit. picture alliance/dpa/Stefan Puchner

"Der Bau ruht aktuell, um eine rechtskonforme Vorgehensweise sicherzustellen."

Landratsamt Neu-Ulm

Die Genehmigungsverfahren zur Produktion pharmazeutischer Produkte seien aufwändig, so die Behörde. Landratsamt, Regierung von Schwaben sowie die bayerischen Ministerien für Umwelt und Gesundheit klären derzeit, wie eine Genehmigung schnellstmöglich und rechtskonform erfolgen könne.

R-Pharm fehlt auch Genehmigung für Produktionsgebäude

Dem Unternehmen fehlt offenbar auch eine Genehmigung zur Umnutzung des Gebäudes, in dem künftig der Impfstoff hergestellt werden soll. Das Landratsamt teilte mit, dass "zunächst eine baurechtliche Genehmigung zur Nutzungsänderung des Gebäudes erfolgen" soll, damit R-Pharm "möglichst bald weiter machen kann". Die Firma R-Pharm selbst war bislang zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

In Illertissen könnten monatlich Millionen Dosen produziert werden, sagte R-Pharm-Manager Alexander Bykow am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. "Wir haben die Ausrüstung schon dort". Die genaue Produktionskapazität nannte er nicht. Im Moment prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung des Präparats.

Zuerst hatte die "Neu-Ulmer Zeitung" über den Baustopp berichtet.

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