Basketball: Ratiopharm Ulm verliert gegen Bamberg

So haben 5.300 maskierte Fans ein denkwürdiges Heimspiel erlebt

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Es war ein besonderer Abend in der Ulmer Basketballgeschichte: das erste Spiel nach anderthalb Jahren in ausverkaufter Halle - und alle mit Maske. Viel Freude, aber auch Verdruss.

An zehn Kontrollstationen vor der Arena mussten die Fans ihre Impfnachweise oder Tests zeigen (Foto: SWR, Peter Köpple)
An zehn Kontrollstationen vor der Arena mussten die Fans ihre Impfnachweise oder Tests zeigen Peter Köpple

Schon eine Stunde vor Spielbeginn strömten die Massen zur Neu-Ulmer Arena. Wer rein wollte, musste nachweisen, dass er geimpft, genesen oder getestet ist. Dafür haben die Organisatoren zehn Kontrollstationen schon draußen vor der Halle eingerichtet. Nach ein paar Minuten haben die meisten ihren Stempel auf der Hand oder am Arm, der zeigt, dass sie bereits kontrolliert sind. Eine erste Zwischenbilanz an einer der Stationen 45 Minuten vor Spielbeginn: 150 Geimpfte, zehn mit Test und drei Schüler, die ohne Nachweis rein dürfen.

Basketballer von Ratiopharm Ulm legen stark los

Innen drinnen herrscht sofort beste Stimmung. Die Basketballer von Ratiopharm Ulm gehen gleich 9:2 in Führung. Sie scheinen sich für ihre Fans so richtig ins Zeug zu legen. Acht Trommler geben in den Stehplatzrängen, die nur halb gefüllt werden durften, den Takt vor. Es ist richtig laut. Alle 5.300 Zuschauer behalten die Masken auf. Es wird weniger gesungen als früher, dafür mehr geklatscht.

Wer kontrolliert war, erhielt einen Stempel auf die Hand oder auf den Arm (Foto: SWR, Peter Köpple)
Wer kontrolliert war, erhielt einen Stempel auf die Hand oder auf den Arm Peter Köpple

Zur Halbzeit führen die Ulmer gegen Bamberg 45:44. Die Cheerleader treten auf. "Es ist anstregend mit Maske zu tanzen", sagt einer der jungen Damen, "aber wir machen es gerne". Dauerkartenbesitzer Friedrich Tonnier hat lange auf diesen Abend gewartet - seit März vergangenen Jahres. "Das Live-Erlebnis gehört zum Basketball dazu. Ich habe es sehr vermisst." Es sei sehr schön, wieder in der Arena zu sein, erzählt Tonnier, jedoch sei das Zuschauen mit Maske gewöhnungsbedürftig. "Wenn man mal was reinschreien will, ist das blöd."

Auch die Cheerleader mussten Maske tragen (Foto: SWR, Peter Köpple)
Auch die Cheerleader mussten Maske tragen Peter Köpple

An den Getränkeständen in den Gängen fragen viele nach Bier. Aber die Coronaverordnung verbietet den Verkauf von Alkohol. "Da sind schon viele enttäuscht," berichtet ein Verkäufer. Manche nehmen dann ein alkoholfreies Bier nach dem Motto "besser als nichts".

"Uuulmer"-Rufe durch Masken gedämpft

Als die Ulmer in der zweiten Halbzeit in Rückstand geraten, schallen die früher legendären "Uuulmer"-Rufe durch die Arena, etwas gedämpft zwar, aber trotzdem laut. Das Anfeuern hilft nichts. Die Bamberger werden immer stärker, die Ulmer Verteidigung schwächelt.

Auch Basketballfan Jochen Brecht hatte sich so auf den Abend gefreut. "Die ganzen Bekannten sind wieder da. Das soziale Umfeld stimmt. Das ist klasse." Doch nach der 83:94-Niederlage ist er gleichzeitig enttäuscht, bezeichnet das Ulmer Team als "Hühnerhaufen". Er wirft den Spielern vor, am Ende zu wenig für die Fans gekämpft zu haben. "Die Einstellung und die Körpersprache haben nicht mehr gestimmt."

Nach zwei Stunden singen und tanzen nur noch die etwa 30 mitgereisten Bamberger Fans. Der Hallensprecher bittet darum, die Arena langsam zu verlassen, damit es an den Ausgängen nicht zum Gedränge kommt.

Nach mehr als anderthalb Jahren war die Neu-Ulmer Arena wieder ausverkauft (Foto: SWR, Peter Köpple)
Nach mehr als anderthalb Jahren war die Neu-Ulmer Arena wieder ausverkauft Peter Köpple
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