Firma Burgmaier freut sich mit Frauenmannschaft

Bahnrad-Olympia-Sieg mit Vorbau für Fahrradlenker aus Allmendingen

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Der deutsche Bahnrad-Vierer der Frauen hat in Tokio Gold gewonnen, mit für die Olympischen Spiele gefertigten Fahrrädern. Das Verbindungsstück zwischen Lenker und Rahmen stammt aus Allmendingen.

Die Goldmedaille hat der Bahnrad-Vierer in Rekordzeit geholt. Auch die Firma Burgmaier aus Allmendingen (Alb-Donau-Kreis) darf sich darüber freuen. Ken Krauß, Leiter des AM-Teams für additive Fertigung bei Burgmaier Technologies, hat im Gespräch mit dem SWR erklärt, welchen Anteil seine Firma an dem Erfolg hat.

SWR: Herr Krauß, Haben Sie gejubelt über den Erfolg der deutschen Bahnradfahrerinnen?

Ken Krauß: Ja, wir waren ganz aus dem Häuschen und haben sehr eng verfolgt, wie die Rennen in Japan ablaufen und haben uns natürlich riesig gefreut, mit den Athletinnen über dieses herausragende Ergebnis.

Ist denn diese Goldmedaille auch irgendwie am Ende auf ihre Technik zurückzuführen? Haben Sie etwas gemacht, was die Fahrräder schneller gemacht hat?

Diesen direkten Zusammenhang würden wir so nicht aussprechen wollen, denn die Ehre gebührt natürlich den Athletinnen, die dort die Leistung gebracht haben. Nichtsdestotrotz freut es uns, dass wir, die Firma Burgmaier, die Voraussetzung für diesen Erfolg unterstützen können, mit ganz besonderen Bauteilen für die Fahrräder, die dort im Einsatz sind.

Metallteile, so genannte Fahrrad-Vorbauten der Firma Burgmaier in Allmendingen (Foto: Pressestelle, Foto: Burgmaier)
Mit diesen Metallstücken aus Allmendingen werden Lenker und Rahmen am Fahrrad verbunden. Pressestelle Foto: Burgmaier

Welche Teile sind das genau, die sie hergestellt haben?

Wir stellen für die Fahrräder der Olympioniken den sogenannten Vorbau eines Fahrrads her. Das ist das Verbindungsstück zwischen dem Lenker der Fahrräder und dem Rahmen.

Das haben Sie passgenau für jede Sportlerin mit einem 3D-Drucker gemacht. Wie groß ist die Herausforderung dabei?

Also die Herausforderung ist, das Fahrrad für diese Leistungssportlerinnen an die individuellen Eigenschaften der Fahrerinnen anzupassen. Das heißt: Größe, Länge, Breite und Winkel des Vorbaus ist genau an die jeweilige Fahrerin angepasst. Somit ist jeder Vorbau einzigartig.

Der deutsche Bahnrad-Vierer der Frauen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Der Frauen-Vierer hat in Tokio sensationell einen Weltrekord aufgestellt und Gold gewonnen. Mit Fahrradlenkern aus Allmendingen. Picture Alliance

Welche Zukunft hat denn der 3D-Druck bei Ihnen?

Der 3D-Druck hat die wesentlichen Vorteile dieser Individualisierung. Das heißt jedes Bauteil kann an die jeweilige Person ergonomisch angepasst werden und ich kann das im Vergleich zu alternativen Technologien auch zu einem guten Preis realisieren.

Wie waren Sie eigentlich an diesen olympischen Auftrag gekommen?

Wir haben eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem sogenannten Institut für die Forschung und Entwicklung von Sportgeräten in Berlin. Das Institut stellt die Sportgeräte für die deutsche Nationalmannschaft her. Ursprünglich kamen wir auf der Leitmesse für die additive Fertigung zusammen und freuen uns auch insbesondere für dieses Institut, das diese besonderen Sportgeräte konzipiert und schlussendlich auch montiert und der Mannschaft zur Verfügung stellt.

Die Auftragsbücher sind voll, heißt es insgesamt aus ihrem Unternehmen. Was macht Burgmaier sonst, außer Teile für schnelle Fahrräder?

Burgmaier ist ein mittelständisches Familienunternehmen und stellt seit Jahrzehnten - wir haben dieses Jahr 90-jähriges Jubiläum - Präzisionsteile aus Metall her. Ganz viele Burgmaierteile stecken zum Beispiel in jedem Auto. Aber wir bedienen auch den Werkzeug- und Maschinenbau und natürlich auch den Bereich Sportgerät.

Metzinger

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