Bäume leiden unter Trockenheit und Hitze

Klimawandel: Die Suche nach dem Zukunftswald auf der Ostalb

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Die Bäume in der Region leiden unter Trockenheit und Hitze. Oft werden sie daher zur Beute für Borkenkäfer. Forst-Experten setzen jetzt auf der Ostalb auf neue Baumsorten.

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Die beiden Förster Thomas Herrmann und Michael Thalheimer streifen durch den Fichtenwald bei Gerstetten-Dettingen (Kreis Heidenheim) und entdecken schon wieder kranke Bäume. Immer mehr Fichten trocknen quasi aus. Der Leiter des Bezirks Ulmer Alb bei Forst BW, Thomas Herrmann, sieht für die Fichten keine Zukunft mehr.

"Diese Baumart Fichte, die in diesem Bereich prägend war, die werden wir in 100 Jahren so nicht mehr sehen. Die wird weg sein. Nicht komplett, aber nahezu weg."

Die möglichen Alternativen wachsen gleich nebenan, auf einem 1,2 Hektar großen Testfeld: etwa 300 Exemplare der Baumhasel aus dem Kaukasus. Sie seien gut angewachsen und bereits kniehoch. Herrmann sieht in der Baumhasel Potenzial, "weil sie sehr gut mit Trockenheit umgehen kann und kommt mit Hitzeschwankungen gut zurecht". Die Baumhasel komme nämlich aus einem sehr ruppigen Klima.

Bäume im Wald gestresst vom Klima (Foto: SWR)
Ein frisch gepflanzter Blauglockenbaum - diese Baumsorte kommt eigentlich aus China.

Auch die Hybridnuss aus Frankreich wird auf der Ostalb angebaut. Noch ist sie ein kleiner Stengel, in 70 Jahren soll sie aber voraussichtlich 30 Meter hoch sein. Und auch der Blauglockenbaum aus China findet sich schon auf der Ostalb. Allerdings seien da bereits erste Frostschäden zu sehen. Da müsse der Pflanzzeitpunkt angepasst werden, meint Revierleiter Michael Thalheimer. Am besten sollten die Blauglockenbäume erst nach den Eisheiligen angepflanzt werden.

Mehr Testfelder in Baden-Württemberg geplant

Die forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg mit Sitz in Freiburg untersucht, wie sich die Bäume auf dem Testfeld entwickeln. Insgesamt sind bis zu 100 solcher Testfelder geplant. Auf ihnen sollen 20 neue Sorten erprobt werden.

Der Abteilungsleiter Waldwachstum, Professor Ulrich Kohnle, geht davon aus, dass Trocken- und Hitzeperioden zunehmen werden. Daher müssten jetzt Bäume gefunden werden, die man in 20 Jahren pflanzen kann. Im Moment benötige man diese exotischen Bäume zwar noch nicht, aber der Klimawandel gehe weiter, in der Zukunft benötige man andere Baumarten. "Da wäre gut noch ein paar Arten im Köcher zu haben, aus denen man zusätzlich auswählen kann", sagt Kohnle.

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